Project Gutenberg's Lichtbild- und Kino-Technik, by Franz Paul Liesegang

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Title: Lichtbild- und Kino-Technik
       Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 1

Author: Franz Paul Liesegang

Release Date: July 17, 2015 [EBook #49464]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK LICHTBILD- UND KINO-TECHNIK ***




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                    Lichtbhnen-Bibliothek


                        Lichtbild- und
                         Kino-Technik

                    Von F. Paul Liesegang

[Illustration: Dekoration]


              ~Erstes Heft :: Preis eine Mark~




                        Lichtbild- und
                         Kino-Technik

                    von F. Paul Liesegang


                Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 1
            Herausgegeben von der Lichtbilderei
         Volksvereins-Verlag GmbH., M.Gladbach 1913




Inhaltsverzeichnis

(Die beigefgten Zahlen bedeuten die Seiten)

                                                               Seite
  Der Lichtbilderapparat und seine Wirkungsweise                   5

    Die allgemeine Anordnung (5). -- Der Kondensor (7). --
    Das Objektiv (8). -- Zusammenarbeiten von Kondensor und
    Objektiv (10). -- Einflu der Lichtquelle (11). --
    Ausfhrungsformen des Lichtbilderapparats (13). --

  Die Lichtquellen                                                15

  Das elektrische Bogenlicht                                      16

    Spannung und Stromstrke (16). -- Gleichstrom und
    Wechselstrom (17). -- Bogenlampe und Widerstand (17). --
    Transformator und Umformer (18). -- Ausfhrungsformen der
    Bogenlampe (19). -- Die Kohlenstifte (20). -- Zuleitung
    und Sicherung (21). -- Kleine und starke
    Bogenlichteinrichtung (22). -- Handhabung der Bogenlampe
    (24). --

  Das elektrische Glhlicht                                       26

  Das Kalklicht                                                   26

    Wirkungsweise des Kalklichtes (26). -- Ersatz fr
    Leuchtgas (27). -- Die Kalklichteinrichtung (27). --
    Handhabung des Kalklichtes (28). --

  Das Azetylenlicht                                               31

  Spiritus- und Gasglhlicht, Petroleumlicht                      33

  Zubehr zum Lichtbilderapparat                                  34

    Der Bildhalter (34). -- Der Projektionsschirm (34). --
    Das Stativ (36). -- Leselampe und Signal (36). --

  Anschaffungs- und Betriebskosten des Lichtbilderapparats        36

  Die Glasbilder und deren Aufbewahrung                           39

  Aufstellung und Handhabung des Lichtbilderapparats              40

  Die episkopische Projektion (Projektion undurchsichtiger
  Gegenstnde)                                                    43

  Wissenschaftliche und mikroskopische Projektion                 45

  Der Lichtbilderapparat als Scheinwerfer                         46

  Der Lichtbilderapparat als photographischer
  Vergrerungsapparat                                            46

  Die Darstellung lebender Lichtbilder (kinematographische
  Projektion)                                                     48

    Wirkungsweise des Kinematographen (48). -- Das Flimmern
    und Mittel zur Abhilfe (51). -- Die Konstruktion des
    Transportmechanismus (52). -- Die Vervollstndigung des
    Kinematographmechanismus (54). -- Feuerschutzeinrichtungen
    (57). -- Verbindung von Lichtbilderapparat und
    Kinematograph (58). -- Das Kinematographenobjektiv (58).
    -- Das Stativ (59). -- Die Umrollvorrichtung (61). --

  Handhabung des Kinematographen                                  61

  Behandlung und Pflege des Filmbandes                            63

  Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem
  Kinematograph                                                   65

    Blaue Flecken oder gelbrote Rnder im Bildfelde (65). --
    Verschwommene Lichtbilder (65). -- Ziehen des Bildes (65).
    -- Vibrieren oder Tanzen des Bildes (66). -- Zerreien
    des Filmbandes oder Ausreien der Perforation (66). --

  Das kinematographische Aufnahmeverfahren                        66

  Die Herstellung der Trickfilme                                  68

  Die wissenschaftliche Kinematographie                           70

  Sachregister                                                    72




Der Lichtbilderapparat und seine Wirkungsweise


Die allgemeine Anordnung

Der Lichtbilderapparat ist nichts anderes als eine vervollkommnete
Form der #Laterna magica# wie wir sie aus der Kinderstube kennen.

[Illustration: #Fig. 1. Laterna magica.#]

Fig. 1 zeigt schematisch die Anordnung und lt die wesentlichen
Bestandteile erkennen: das Gehuse mit der Lichtquelle, hier einer
Petroleumlampe; die Sammellinse #C# in der Vorderwand des Gehuses;
davor die Bildbhne #B#, in welche die Glasbilder eingesetzt werden
und weiter vorne, mit dem Gehuse durch ein ausziehbares Rohr verbunden,
eine zweite Sammellinse #O#. Die Linse #C#, welche man Kondensor
nennt, hat die Aufgabe, die Lichtstrahlen zu sammeln und in einem Kegel
durch das davorstehende Glasbild zu werfen. Die Linse #O# anderseits,
die man als Objektiv bezeichnet, soll diesen Strahlenkegel aufnehmen und
derart geordnet auf die Wand leiten, da dort ein vergrertes, scharfes
Lichtbild entsteht. Die Eigenschaften, welche die einzelnen Bestandteile
des Apparats besitzen mssen, lassen sich hieraus direkt ableiten: das
Objektiv #O# mu zunchst solcher Konstruktion sein, da es eine
scharfe Vergrerung des Glasbildes entwirft, ferner mu es so gro im
Durchmesser sein oder, wie man sagt, eine so groe ffnung haben, da
alle vom Kondensor kommenden Strahlen aufgefangen werden. Der Kondensor
#C# soll mglichst viele Strahlen der Lichtquelle aufnehmen, er soll
das davorstehende Glasbild gleichmig beleuchten und die Strahlen in
einem spitzen Kegel so nach vorne schicken, da sie glatt ins Objektiv
gelangen. Die Lichtquelle mu krftig sein, denn von ihrer Intensitt
hngt die Helligkeit des Lichtbildes direkt ab; dabei soll die
leuchtende Flche eine geringe Ausdehnung haben, weil der Kondensor nur
dann die Strahlen in einem hinreichend spitzen Winkel nach vorne werfen
kann. Hat die Lichtquelle nmlich eine zu groe Ausdehnung, so werden
die Strahlen in Form eines breiten Bschels nach vorne geworfen, und das
Objektiv kann dann nur einen Teil davon auffassen. Der Apparat mu
naturgem derart gebaut sein, da die beiden Linsensysteme in richtiger
Stellung zueinander angeordnet (zentriert) sind; er mu stabil sein
und gengend Platz fr die Lichtquelle sowie fr die Glasbilder bieten.
Das Glasbild (um auch dies hinzuzunehmen) soll klar sein in den
Lichtern, krftig in den Umrissen und reich an Details, und die
Projektionswand endlich mu eine ebene, weie Flche bieten, die das
darauf geworfene Licht gehrig reflektiert.

[Illustration: Fig. 2. Lichtbilderapparat.]

Diese Forderungen nun, soweit sie an den Apparat gestellt werden, knnen
von den einfachen Linsen der in Fig. 1 dargestellten #Laterna magica#
nicht in befriedigender Weise erfllt werden: die Beleuchtung ist keine
ausreichende, indem der Kondensor das zur Verfgung stehende Licht
schlecht ausnutzt, und vor allem fehlt es dem Lichtbild an Schrfe. Fig.
2 zeigt nun den verbesserten Apparat, und zwar mit der optischen
Ausrstung, wie sie jetzt in der Regel gebraucht wird. Der Kondensor
#C# besteht aus zwei plankonvexen Linsen, whrend das Objektiv #O#
aus vier Linsen zusammengesetzt ist und einen Trieb zum Scharfeinstellen
besitzt. Der Gang der Lichtstrahlen ist punktiert eingezeichnet; man
ersieht daraus, da die Strahlen durch die erste Kondensorlinse parallel
gemacht und dann durch die zweite Linse gesammelt werden.

Der Doppelkondensor ist im folgenden Bilde unter #A# fr sich
dargestellt. Daneben sehen wir zwei Formen von dreifachen Kondensoren.
Der Zusatz einer dritten Linse bewirkt, da die Lampe nher an den
Kondensor herankommt, und da infolgedessen mehr Licht aufgenommen
wird. Unter #D# und #E# ist dies angedeutet; man sieht, da der
dreifache Kondensor, welcher bei #B# und #E# durch Vorsetzen
einer Meniskuslinse, bei #C# durch Zwischensetzen einer
bikonvexen Linse hergestellt ist, einen grern Winkel auffat als der
Doppelkondensor. Die dreilinsige Ausfhrung wird hauptschlich bei
grern Kondensoren, z. B. solchen von 15 #cm# Durchmesser, angewandt.


Der Kondensor

[Illustration: Fig. 3. Doppelter und dreifacher Kondensor.]

Der Kondensor mu im Durchmesser so gro sein, da er die Glasbilder
ausbeleuchtet. Die Glasbilder nun, welche man im Handel bekommt, haben
das Auenformat 8-1/4  8-1/4 oder 8-1/2  10 #cm#; das Innenma, d.
h. die eigentliche Bildgre, betrgt in der Regel etwa 7  7 #cm#. Um
ein solches Bild von 7  7 #cm# bis in die Ecken zu beleuchten,
braucht man, wie Fig. 4 links zeigt, einen Kondensor von 10 #cm#
Durchmesser. Man benutzt daher fr die gewhnlichen Projektionsapparate
Beleuchtungslinsen von 10 bis 11-1/2 #cm# Durchmesser. Fr grere
Glasbilder ist ein Apparat mit entsprechend grerem Kondensor
erforderlich; aus Fig. 4 rechts ist zu ersehen, da das Bildma 9  12
#cm# Linsen von 15 #cm# Durchmesser verlangt. Benutzt man einen
Kondensor, der wesentlich grer ist als das Glasbild, so geht nur ein
Teil des Lichtes durch das Bild hindurch, und alle brigen Strahlen
gehen verloren. Indessen kann man diesen Lichtverlust in der Weise
vermeiden, da man die Bilder, welche sonst dicht vor den Linsen stehen,
weiter nach vorn in den Strahlenkegel bringt, wo dieser enger ist. Es
wird dann das ganze Licht darauf konzentriert.

[Illustration: Fig. 4. Kondensordurchmesser und Bildgre.]


Das Objektiv

Als Projektionsobjektiv wird meistens das von Petzval erfundene
Portrtobjektiv benutzt; es besitzt eine groe Lichtstrke und lt sich
in ausreichend guter Qualitt verhltnismig billig herstellen. Das
Instrument besteht aus vier Linsen, die in einem Messingrohr sitzen. Die
beiden Vorderlinsen sind verkittet, whrend die Hinterlinsen durch einen
schmalen Ring getrennt sind. Man tut gut, sich die Anordnung der Linsen
zu merken, damit man sie nach dem Reinigen wieder richtig einsetzt.

[Illustration: Fig. 5. Petzvalsches Objektiv.]

      Es gibt eine einfache Regel, die lautet: alle Linsen zeigen mit
      ihrer gewlbten bzw. der am strksten gewlbten Seite nach vorne.
      In der normalen Ausfhrung liefern diese Instrumente eine gute
      Mittelschrfe. Wenn eine hhere Leistung verlangt wird, so mu man
      ein besonders sorgsam gearbeitetes Objektiv nehmen, das
      entsprechend teurer ist. Eine wie man sagt geschnittene Schrfe
      und dabei plastische Zeichnung wird von den modernen lichtstarken
      Instrumenten geliefert, die man als Anastigmate bezeichnet. Die
      an Lichtbilderapparaten benutzten Objektive haben in der Regel
      eine mit Zahntrieb versehene Fassung, die ein scharfes Einstellen
      gestattet. Man fertigt die Instrumente aber auch in glatter,
      zylindrischer Ausfhrung und steckt sie dann in eine sogenannte
      Auswechselfassung, an welcher der Zahntrieb angebracht ist; bei
      dieser Anordnung ist eine bequeme und rasche Auswechslung gegen
      eine andere Objektivtube mglich.

      [Illustration: Verhltnis von Bildgre zu Abstand = 1 : 2
                     Verhltnis von Bildgre zu Abstand = 1 : 3
                     Fig. 6. Brennweite, Abstand und Bildgre.]

      Durch das Objektiv wird auch die Gre des Lichtbildes auf einen
      gewissen Abstand hin bestimmt. Die normalen Objektive liefern ein
      Bild, das nach Hhe und Breite etwa halb so gro ist, wie der
      Abstand des Apparates von der Wand. In der schematischen
      Darstellung (Fig. 6) ist das Objektiv durch eine einfache Linse
      wiedergegeben. #a b# ist das Glasbild. In dem obern Schema
      bekommen wir auf 3 #m# Entfernung ein 1-1/2 #m# groes Bild,
      auf 6 #m# Entfernung ein 3 #m# groes Bild. Unten ist ein
      anderes Verhltnis dargestellt. Da ist das Lichtbild ein Drittel
      so gro wie der Abstand: wir bekommen z. B. ein 2-#m#-Bild auf 6
      #m# Abstand und ein 3-#m#-Bild auf 9 #m# Abstand. Um ein
      solches Verhltnis zu erzielen, mssen wir ein anders
      geschliffenes Objektiv nehmen. Wie ein Vergleich beider
      Zeichnungen ergibt, steht die Linse unten in einem grern Abstand
      vom Glasbild #a b# als oben. Dieser Abstand, in den Figuren mit
      #f# bezeichnet ist ungefhr gleich der Brennweite des Objektivs.

      Wenn wir die Geometrie zu Hilfe nehmen, so finden wir, da in der
      obern Figur die Brennweite #f# doppelt so gro ist wie das
      Glasbild #a b#; in der untern Figur dreimal so gro. Ja, es gibt
      eine allgemeine einfache Regel: die Objektivbrennweite steht in
      dem gleichen Verhltnis zur Gre des Glasbildes wie der
      Apparatabstand zur Gre des Lichtbildes. Wenn wir z. B. ein 3
      #m# groes Lichtbild auf 12 #m# Entfernung haben wollen, so
      gibt das ein Verhltnis 1: 4. Mithin brauchen wir ein Objektiv,
      dessen Brennweite viermal so gro ist wie das Glasbild. Wenn nun
      die Glasbilder im Lichten durchschnittlich 7 #cm# messen, so mu
      die Brennweite 4  7 = 28 #cm# betragen. Auf diese Weise ist es
      leicht, fr jedes Verhltnis rechnerisch die erforderliche
      Objektivbrennweite zu bestimmen. Man sieht aus den Zeichnungen
      gleichzeitig, da die Glasbilder auf dem Kopf stehen mssen, damit
      die Lichtbilder aufrecht erscheinen.

Der Begriff der Brennweite lt sich am leichtesten erklren mit Hilfe
des bekannten Experiments: Man hlt eine Sammellinse gegen die
Sonnenstrahlen und bringt mit der andern Hand ein Blatt Papier dahinter.
Wenn man nun das Blatt vor- und zurckschiebt, so wird man bald eine
Stelle finden, wo die Strahlen darauf einen helleuchtenden Fleck geben.
Dieser Fleck ist nichts anderes als ein Bildchen der Sonne; man hat die
Stelle Brennpunkt genannt, weil hier auch die mit den Lichtstrahlen
vereinigten Wrmestrahlen konzentriert werden, die das Papier in Brand
setzen. Den Abstand des Brennpunktes von der Linse oder richtiger von
der Mitte des Glaskrpers bezeichnet man nun als Brennweite.

Wenn man dies Experiment mit verschiedenen Brennglsern macht, wird es
sich herausstellen, da deren Brennweiten nicht gleich sind; es wird
sich ferner zeigen, da die strker gewlbten Glser eine krzere
Brennweite haben als die flacher geschliffenen. Statt die Linse gegen
die Sonne zu halten, kann man sie auch gegen einen gut beleuchteten,
weit entfernten Gegenstand, z. B. einen Schornstein richten, wobei man
das Papierblatt vor- und zurckschiebt, bis sich ein scharfes Bild des
Schornsteins darauf zeigt; das Blatt deckt man mglichst gegen falsches
Licht ab, um das Bild deutlich erscheinen zu lassen. Es wird dem
Beobachter dabei auffallen, da das Bild auf dem Kopfe steht. Der
Abstand des Papiers von der Mitte der Linse ist geradesogro wie bei dem
Experiment mit der Sonne, und wenn wir ihn messen, haben wir also die
Brennweite.


Zusammenarbeiten von Kondensor und Objektiv

Der Kondensor mu der Brennweite des Objektivs angepat sein. Er soll
dem Objektiv, welches in Fig. 7 durch eine einfache Linse wiedergegeben
ist, einen Strahlenkegel zuwerfen, in der Weise, da (wie unter #I#)
alles Licht durch das Objektiv hindurchgeht. Wenn nun der Apparat mit
einem Objektiv lngerer Brennweite versehen wird, wobei dieses in einen
grern Abstand vom Kondensor kommt, so wird, wie sich aus der
Darstellung #II# ergibt, der Kondensor nicht mehr richtig arbeiten:
das Objektiv kommt zu kurz, indem es von dem Strahlenkegel nur den
mittlern Teil aufnimmt. Damit die richtige Wirkung erhalten wird, mssen
wir dem Kondensor ebenfalls eine lngere Brennweite geben, so da er den
Strahlenkegel wiederum mit der Spitze gegen das Objektiv wirft. Dies ist
unter #III# skizziert: die vordere Kondensierungslinse ist dort durch
eine flachere ersetzt. Es ist von grter Wichtigkeit, da man diese
Bedingung fr das richtige Zusammenarbeiten von Kondensor und Objektiv
beachtet. Bei der Beschaffung eines neuen Objektivs wird es hufig
versumt, die unter Umstnden erforderlichen Vernderungen des
Kondensors vorzunehmen, und die Folge ist dann, da man kein reines,
weies Bildfeld erhlt: bei der normalen Einstellung der Lampe zeigen
sich gelbrote Rnder, whrend bei vorgeschobener Lampe blaue Flecken
entstehen.

[Illustration: Fig. 7. Das Zusammenarbeiten von Kondensor und Objektiv.]


Einflu der Lichtquelle

Aber noch ein Punkt ist beim Zusammenpassen von Objektiv und Kondensor
zu bercksichtigen. Man stellt die Wirkungsweise des Kondensors durch
die in Fig. 8 unter #I# gegebene Zeichnung dar, wonach die von der
punktfrmigen Lichtquelle #L# ausgehenden Strahlen durch die Linsen
wieder in einem Punkte #M# vereinigt werden. Diese Darstellung ist
aber eine ideale. In Wirklichkeit werden die auf den Rand der Linse
auffallenden Strahlen strker gebrochen als die zentralen Strahlen;
erstere sammeln sich in #M#_{1}, letztere in #M#_{2} (vgl. Fig. 8
#II#), whrend die Vereinigungspunkte der brigen Strahlen zwischen
#M#_{1} und #M#_{2} liegen. Wenn wir uns nun in der Figur alle diese
Strahlen ausgezogen denken, so bekommen wir das unter #III#
wiedergegebene Bschel. Da sehen wir, da die Linsen des Objektivs #O#
einen hinreichend groen Durchmesser haben mssen, damit sie das ganze
Strahlenbndel auffassen.

[Illustration: Fig. 8. Wirkungsweise des Kondensors bei punktfrmiger
Lichtquelle.]

Tatschlich liegen die Verhltnisse noch ungnstiger. Es steht uns
nmlich keine Lichtquelle zur Verfgung, die punktfrmig ist. Nehmen wir
nun aber gem Fig. 9 eine Lichtquelle mit einer leuchtenden Flche
#L# _{1} #L# _{2}, so wird jeder einzelne Punkt fr sich ein
Strahlenbschel liefern; fr #L# _{1} verluft dies Bschel nach unten,
wie unter #I# angedeutet ist, fr #L# _{2} geht es in gleicher Weise
nach oben. Und alle diese Bschel vereinigen sich zu einem breiten
Bschel, dessen Begrenzung unter #II# dargestellt ist. Das
einskizzierte Objektiv #O# fat hier nicht mehr alle Strahlen auf; ein
Teil des Lichtes wird also nicht ausgenutzt und geht verloren. Wir
mten daher in diesem Falle ein Objektiv mit grerm Linsendurchmesser
haben. Indes knnen wir in der Gre des Objektivs nicht beliebig weit
gehen; denn ber ein gewisses Ma hinaus liefert uns das Instrument kein
scharfes Bild mehr.

Es ist weiterhin noch zu beachten, da das Strahlenbschel um so breiter
wird, je lnger man die Brennweite des Kondensors nimmt; der Kondensor
mu aber, wie wir oben erfuhren, eine lngere Brennweite haben, wenn
das Objektiv langbrennweitig ist. In solchen Fllen ist es daher
erforderlich, dem Objektiv einen groen Durchmesser zu geben. Whrend
normalerweise Objektive von 43 bzw. 50 #mm# Linsendurchmesser genommen
werden, benutzt man fr lngere Brennweiten Objektivlinsen von 54 bzw.
61 #mm# Durchmesser oder geht erforderlichenfalls noch weiter bis zu
etwa 81 #mm#. Es gilt dies namentlich fr Lichtquellen, die eine groe
Leuchtflche besitzen.

[Illustration: Fig. 9. Wirkungsweise des Kondensors bei ausgedehnter
Lichtquelle.]


Ausfhrungsformen des Lichtbilderapparats

[Illustration: Fig. 10. Lichtbilderapparat.]

Der Projektionsapparat ist je nach den Anforderungen von einfacherer
oder komplizierterer Konstruktion. Hauptschlich kann man unterscheiden
solche Apparate, die nur zur Projektion von Glasbildern dienen, und
solche, die auerdem zur Darstellung wissenschaftlicher Experimente
verwendbar sind. Fig. 10 zeigt einen Apparat der erstern Art. Das
Gehuse, das aus Stahlblech gebaut ist, hat oben einen Kaminaufsatz zum
Abzuge der heien Luft, hinten sowie rechts und links Tren. Das
Objektiv wird durch ein ausziehbares Rohrstck getragen. Bei andern
Apparaten dieser Art ist fr das Objektiv ein schlittenartiger Halter
vorgesehen oder aber ein kameraartiger Auszug mit Balgen und Zahntrieb.
Diese letztere Anordnung, welche Fig. 11 darstellt, gestattet ohne
weiteres die Verwendung von Objektiven krzerer und lngerer Brennweite;
sie ist daher beispielsweise praktisch fr Wanderredner, die bald in
kleinern, bald in grern Slen arbeiten und dazu Objektive
verschiedener Brennweiten verwenden. Der abgebildete Balgenapparat
besitzt noch ein zwischen den Kondensorlinsen eingebautes Khlgef, das
mit abgekochtem Wasser gefllt wird; dieses schtzt bei sehr intensiven
Lichtquellen, welche groe Hitze erzeugen, die Glasbilder gegen zu
starke Erwrmung.

[Illustration: Fig. 11. Apparat mit Balgenzug und Khlgef.]

Ein fr wissenschaftliche Projektionen aller Art geeigneter Apparat ist
in Fig. 12 wiedergegeben. Er besitzt eine sogenannte optische Bank,
worauf man die fr die Experimente erforderlichen Instrumente anbringen
kann. Wesentlich ist bei diesen Apparaten, da der Raum vor dem
Laterngehuse frei ist. Man kann hier auch eine Einrichtung zur
Projektion von undurchsichtigen Gegenstnden, wie Photographien,
Ansichtspostkarten usw., anbringen.

[Illustration: Fig. 12. Apparat mit optischer Bank.]




Die Lichtquellen


Wir kommen nun zur Lichtquelle. Von dieser wird in erster Linie groe
Helligkeit verlangt, whrend eine zweite Forderung darin besteht, da
das Licht mglichst konzentriert sei. An erster Stelle kommt das
elektrische Bogenlicht, und wo elektrischer Strom zur Verfgung steht,
sollte man ihn benutzen. Auch die Nernstlampe gibt in der fr
Projektionszwecke gebauten Form eine krftige Lichtquelle ab. Den besten
Ersatz fr das Bogenlicht bildet das Kalklicht, welches sich zu einer
mchtigen Helligkeit steigern lt. Es kommen dann der Reihe nach das
Azetylenlicht, das Spiritus- und Gasglhlicht sowie das Petroleumlicht.
Die nachstehende Tabelle gibt eine bersicht ber die Helligkeit der
verschiedenen Lichtquellen. Wenn auch die Zahlen nur ungefhre sind und
mit der Art des Brennmaterials schwanken, so gestatten sie doch immerhin
einen guten Vergleich.

       5     10     15     20        30   Ampres
     ---------------------------------------------
      500   1100   2000   5000   15 000   Kerzen

    ~Starke Nernstlampe~: bei 110 Volt 600 Kerzen; bei 220 Volt 1400
      Kerzen.
    ~Mittlere Nernstlampe~: bei 110 und 220 Volt 400 Kerzen.
    ~Kleine Nernstlampe~: bei 110 und 220 Volt 100 Kerzen.
    ~Kalklicht~: je nach Arbeitsdruck bis zu 2000 Kerzen.
    ~Azetylenlicht~: dreifacher und vierfacher Brenner: 250 bis 300
      Kerzen.
    ~Spiritusglhlicht~: gewhnlicher Brenner etwa 80 Kerzen;
    desgl. ~Drucklampe~: etwa 200 Kerzen.
    ~Gasglhlicht~ (Starklicht): etwa 80 Kerzen.
    ~Petroleumlicht~: 3 und 4 Dochtlampe: 70 bis 80 Kerzen.


Das elektrische Bogenlicht

Das elektrische Bogenlicht bedarf zur Darstellung des elektrischen
Starkstroms, wie er von der Zentrale durch Leitungen ins Haus geliefert
wird. Wer mit dieser Lichtquelle arbeiten will, tut gut, sich mit den
Eigenschaften des elektrischen Stromes bekannt zu machen, und dazu mgen
die folgenden Ausfhrungen behilflich sein. Wie man das Wasser in
Rohrleitungen auf groe Entfernungen hin fortschafft, so lt man den
elektrischen Strom durch elektrische Leiter flieen, und als solche
eignen sich besonders Metalldrhte, am besten Kupfer. Die Drhte werden,
wenn sie nicht wie die Telegraphendrhte frei in der Luft hngen, mit
nichtleitenden Stoffen (Gummi, Wolle- oder Seidengespinste) umflochten;
diese Isolation ist ntig, da sonst bei Berhrung des Drahtes mit
andern leitenden Krpern (feuchte Erde, Wasserleitungsrohre usw., auch
der menschliche Krper) der Strom abflieen wrde, wie das Wasser durch
ein Leck in der Rohrleitung. Der elektrische Strom mu nun, wenn er
Arbeit leisten soll, einen Kreislauf ausfhren; wir brauchen daher zwei
Drahtleitungen: eine als Zuleitung von der Zentrale her bis zu unserer
Lampe und die zweite zurck zur Maschine. Das Ende der ersten Leitung
bezeichnet man als positiven Pol (Zeichen +), das der zweiten als
negativen Pol (Zeichen -). Die beiden Kabel (so nennt man die
isolierten Drhte) sind hufig zu einer einzigen Schnurleitung
(Doppelschnur) verflochten.


Spannung und Stromstrke

Der von der Zentrale gelieferte Strom steht (ebenso wie das Wasser in
der Wasserleitung und das Leuchtgas in der Gasleitung) unter einem
gewissen Druck -- man sagt hier Spannung. Dem Einheitsma der Spannung
hat man die Bezeichnung Volt gegeben. In vielen Fllen hat der Strom
eine Spannung von 110 Volt; sehr hufig findet man auch 220 Volt,
manchmal wiederum 65, 120, 150 oder gar 440 Volt.

Fr die Leistung des Stromes ist von Belang die Menge der
durchstrmenden Elektrizitt, man sagt Stromstrke, und fr diese hat
man als Einheitsma das Ampre geschaffen. Bei seinem Durchgange
durch lange oder dnne Leitungen oder durch solche aus schlecht
leitendem Material findet der elektrische Strom entsprechenden
Widerstand, hnlich wie ein Wasserstrom in engen Rohren. Der Widerstand
aber setzt natrlich die Strke des Stromes herab. Dieser Widerstand
wird in Ohm gemessen. Spannung, Stromstrke und Widerstand stehen in
einer bestimmten, einfachen Beziehung zueinander, welche durch das
Ohmsche Gesetz festgesetzt ist. Danach ist die Stromstrke gleich
Spannung dividiert durch Widerstand oder anders ausgedrckt:

           Volt                                                Volt
  Ampre = ----. Daraus ergibt sich rechnerisch ferner: Ohm = ------.
           Ohm                                                Ampre

Die Preisberechnung der Elektrizitt, welche mit Hilfe eines
Elektrizittszhlers erfolgt, geschieht nach Watts oder Kilowatts (=
1000 Watt), und zwar ist 1 Watt = 1 Volt  1 Ampre. Betrgt die
Spannung des Stromkreises z. B. 110 Volt, und arbeiten wir mit einer
Stromstrke von 10 Ampres, so beluft sich der Verbrauch, der nach
Stunden berechnet wird, auf 110  10 = 1100 Watt = 1,1 Kilowatt. Hat man
mit einem Netz von 220 Volt zu tun, so verbraucht man bei der gleichen
Amprezahl 2,2 Kilowatt. Legt man den Dsseldorfer Preis von 40 Pf. fr
das Kilowatt zugrunde, so hat man stndlich 88 Pf. zu zahlen, gegenber
44 Pf. in ersterm Falle.


Gleichstrom und Wechselstrom

Man hat noch eines zu beachten. Es gibt zweierlei Arten von Strom,
und zwar liefert ihn die Zentrale entweder als Gleichstrom oder
als Wechselstrom. Der Unterschied besteht darin, da bei ersterm
der Strom stets in der gleichen Richtung luft, whrend er beim
Wechselstrom auerordentlich rasch die Richtung wechselt. Bei
Wechselstrom hat man fernerhin zwischen zweiphasigem und mehrphasigem
Wechselstrom zu unterscheiden, welch letzterer auch Drehstrom genannt
wird. Gleichstrom ist fr Projektionszwecke viel vorteilhafter als
Wechselstrom, indem die Bogenlampe bei ersterm ruhiger brennt und vor
allem ein bedeutend besser auszunutzendes Licht liefert.


Bogenlampe und Widerstand

Nun zur Bogenlampe! Lt man den elektrischen Strom in freier Luft
zwischen zwei Kohlenstiften berspringen, so entsteht ein Lichtbogen
von groer Helligkeit, und zwar wird die Helligkeit um so grer, je
hher die Stromstrke (Amprezahl) ist. Diese Erscheinung erfordert
eine Spannung von etwa 45 Volt bei Gleichstrom und etwa 30 Volt bei
Wechselstrom. Bei geringerer Spannung kommt der Lichtbogen nicht
zustande. Liefert die Stadt nun einen Strom von 110 Volt, so haben wir
(bei Gleichstrom) 65 Volt zuviel, und dieser berschu mu vernichtet
werden. Dies geschieht in der Weise, da man den Strom durch einen
langen, dnnen Nickeldraht laufen lt, welcher den sogenannten
Widerstand bildet. Wie gro dieser Widerstand sein mu, lt sich
mittels des Ohmschen Gesetzes berechnen. Soll die Bogenlampe z. B. mit
einer Stromstrke von 10 Ampres brennen, so brauchen wir nur die zu
vernichtende Voltzahl (65) durch 10 zu dividieren, um die Ohmzahl zu

                                 65 Volt
    erhalten; also Widerstand = ---------- = 6,5 Ohm. Fr 20 Ampres
                                10 Ampres

ergibt sich ein Widerstand von 3,25 Ohm. Haben wir ein Stromnetz von 220
Volt, so sind 175 Volt zu vernichten, und wir brauchen bei 10 Ampres

                         175
    einen Widerstand von --- = 17,5 Ohm; bei 20 Ampres 8,75 Ohm. Macht
                         10

man den Widerstand regulierbar, so kann man, je nachdem auf eine grere
oder kleinere Ohmzahl eingestellt wird, die Lampe mit verschieden hohen
Amprezahlen, also mehr oder minder hell brennen lassen, und eine solche
Anordnung ist in vielen Fllen sehr praktisch.

Der Widerstand ist eine unangenehme Beigabe des Bogenlichtes; denn
er schluckt eine Menge von Strom, die nutzlos in dem Drahtwiderstand
in Wrme verwandelt wird. Die Lampe selbst braucht, wenn wir deren
Spannung zu 45 Volt annehmen, bei einer Stromstrke von 10 Ampres
nur 45  10 = 450 Watt, whrend wir der Leitung, welche 220 Volt
liefern mag, 220  10 = 2200 Watt entnehmen und bezahlen mssen. Haben
wir mit einem Netz von 110 Volt zu tun, so werden wir bei gleicher
Stromstrke nur 110  10 = 1100 Watt entnehmen, also die Hlfte. Es
ist mithin vorteilhaft, wenn die Netzspannung niedrig ist, weil man
dann einen kleinern Widerstand braucht und sich der Betrieb infolge
geringern Verlustes billiger stellt. Doch sollte die Netzspannung (bei
Gleichstrom) mindestens 65 Volt, bei hhern Amprezahlen besser etwas
mehr, etwa 75 Volt betragen; denn ein kleiner berschu an Volts, der
durch einen Widerstand vernichtet wird, ist fr ein ruhiges Brennen
der Lampe stets notwendig, auch wird bei zu niedriger Spannung der
Lichtbogen zu kurz und reit leicht ab. Dies ist besonders zu beachten,
wenn man eine Maschine zur Selbstherstellung von Strom oder einen
Umformer beschafft.


Transformator und Umformer

Bei Wechselstrom liegt nun die Mglichkeit vor, rationeller zu
arbeiten. Hier kann man nmlich mit Hilfe eines besondern Apparats,
des Transformators, die zu hohe Spannung auf die zum Betriebe der
Bogenlampe erforderliche Spannung herabsetzen, wobei gleichzeitig die
Stromstrke in die Hhe gesetzt wird. Es findet hier gewissermaen
eine Umwandlung von Volts in Ampres statt. Ein Beispiel mag das
erlutern. Es mge ein Strom von 220 Volt und 5 Ampres zur Verfgung
stehen, so da wir 220  5 = 1100 Watt haben, whrend wir fr die
Bogenlampe mit Widerstand nur 60 Volt brauchen (bei Wechselstrom gengt
diese Spannung). Eine Energie von 1100 Watt kme nun auch heraus, wenn
wir 60 Volt und etwa 18 Ampres htten, da ungefhr 60  18 = 1100. Ein
geeigneter Apparat mte uns also die Energie von 220 Volt 5 Ampres
in 60 Volt 18 Ampres umwandeln, und dieses besorgt tatschlich der
Transformator. Allerdings geht bei der Umwandlung etwas Energie (etwa
15 Prozent) verloren, so da wir etwas weniger als 18 Ampres bekommen.
Es ist bei dieser Umwandlung hnlich wie mit einem Hebel. Wir mgen
beispielsweise eine Kraft zur Verfgung haben, die imstande ist, 100
#kg# 1 #m# hoch zu heben. Mit dieser selben Kraft knnen wir durch
Anwendung eines Hebels auch 200 #kg# 1/2 #m# oder 400 #kg# 1/4 #m# hoch
heben usw.

Es gibt noch eine andere Einrichtung zur Umwandlung des Stromes,
nmlich den rotierenden Umformer, der aus einem Elektromotor
und einer Dynamomaschine besteht. Dieser Apparat, welcher auch
bei Gleichstrom verwendbar ist, stellt sich aber sehr hoch im
Preis, und die Anschaffung lohnt sich nur dann, wenn man, wie im
Kinematographentheater, stndig arbeitet und viel Strom verbraucht. Da
wird man den Umformer namentlich auch bei Wechselstrom oder Drehstrom
benutzen, um diesen in Gleichstrom zu verwandeln, weil Gleichstrom eine
viel bessere Lichtausnutzung gibt.

Was ist nun zur Darstellung des Bogenlichtes alles erforderlich?
Da haben wir zunchst die Bogenlampe mit den Kohlenstiften, dann
den Widerstand, bei Wechselstrom eventuell einen Transformator, und
schlielich die Leitungsschnur (Kabel) zur Herstellung des Anschlusses
an das Netz.


Ausfhrungsformen der Bogenlampe

[Illustration: Fig. 13. Projektions-Bogenlampe.]

Da die Kohlenstifte allmhlich abbrennen, mu fr eine Nachstellung
gesorgt werden. Es gibt nun Bogenlampen, welche diesen Nachschub
automatisch bewirken, und solche, bei denen die Stifte dem
Abbrand entsprechend mit der Hand nachgestellt werden. Die
Handregulationslampen sind zur Projektion im allgemeinen den
automatischen vorzuziehen; abgesehen davon, da sie sicherer und
zuverlssiger funktionieren und sich leichter zentrieren lassen, kann
man bei erstern die Stromstrke und damit auch die Helligkeit innerhalb
sehr weiter Grenzen verndern, und das ist von groer Wichtigkeit. Um
Vorurteilen Unkundiger zu begegnen, sei bemerkt, da die Einstellung
mit der Hand keinerlei Schwierigkeiten oder Mhen mit sich bringt,
ja da man den kleinen Handgriff, welcher alle drei bis fnf Minuten
(also jeweils nach dem Auswechseln einiger Laternbilder) zu erfolgen
hat, nach kurzer Zeit sozusagen automatisch besorgt.

[Illustration: Fig. 14. Bogenlampe mit wagerecht angeordneter
Oberkohle.]

Die einzelnen Bogenlampenmodelle unterscheiden sich, abgesehen von
der Ausstattung, durch die Stellung der Kohlenstifte. Fig. 13 zeigt
eine Lampe mit schrg angeordneten Kohlenstiften, die aber auch durch
Umlegen in senkrechte Stellung gebracht werden kann. Die dargestellte
Anordnung eignet sich namentlich gut fr Gleichstrom, ist aber auch fr
Wechselstrom sehr tauglich, wenngleich manche bei letzterer Stromart
die Senkrechtstellung vorziehen. In Fig. 14 ist eine Kohlenstellung
wiedergegeben, bei der die obere Kohle wagerecht liegt. Die Lampen
dieser Art, welche sich vielfach einbrgern, eignen sich sowohl fr
Gleichstrom als auch fr Wechselstrom bis zu einer Stromstrke von 30
Ampres; bei hhern Stromstrken wird hier der Lichtbogen zu strmisch.
Die beiden dargestellten Lampen besitzen unten zwei auf einer Achse
angebrachte Triebe, die zum Einstellen des Lichtpunktes nach der Hhe
und Seite dienen; der darber befindliche Trieb reguliert den Abstand
der Kohlenstifte, whrend bei Lampe Fig. 13 oben noch ein weiterer
Trieb vorhanden ist, mit dem man die Oberkohle gegen die untere
verstellen kann.


Die Kohlenstifte

Um ein schnes, ruhiges Licht zu erzielen, mu man vor allem gute oder
lieber die besten Kohlenstifte benutzen. Da ist es falsch, einige
Pfennige zu sparen und eine billigere Sorte zu kaufen. Minderwertige
Kohlen schlacken, machen durch ihre Verunreinigungen den Bogen unruhig
und geben ein flackerndes Licht. Gute Kohlen haben einen metallischen
Klang und sind konomisch, indem sie bei migem Abbrand eine gute
Lichtausbeute geben.

Bei Gleichstrom brennt die positive Kohle doppelt so schnell ab wie die
negative; damit nun der Lichtpunkt auf derselben Stelle bleibt, nimmt
man die erstere so viel dicker, da der Abbrand beider Stifte derselbe
ist. An der positiven Kohle bildet sich ferner eine Hhlung, der
Krater, whrend an der negativen eine Spitze entsteht. Von dem Krater
geht die Hauptmenge des Lichtes aus, und um seine Bildung zu befrdern,
versieht man die positive Kohle mit einem Docht aus schneller
abbrennendem Material. Die Kohlen ohne Docht nennt man homogene Kohlen.
Bei Wechselstrom verwendet man oben und unten Dochtkohlen von gleicher
Strke. Vorteilhaft ist bei dieser Stromart auch ein Kohlenstift,
dessen eine Seite abgeflacht ist; diese Kohle wird oben verwendet,
whrend man unten eine runde Kohle entsprechender Dicke benutzt. Auch
Kohlenstifte mit exzentrischer Bohrung kommen bei Wechselstrom zur
Verwendung.

Die Dicke der Kohlenstifte richtet sich nach der Stromstrke. Folgende
Tabelle mag einen Anhalt bieten.

                       Fr Gleichstrom            Fr Wechselstrom

  Stromstrke     positive       neg.             beide Dochtkohlen
  in Ampres      Dochtkohle     Homogenkohle         ( #mm# )
                   ( #mm# )        ( #mm# )

       5               9               6                  6
      10              12               8                  9
      15              15              10                 12
      20              18              12                 15
      30              21              14                 18
      40              24              16                 21

Dnnere Kohlenstifte liefern erfahrungsgem ein helleres Licht, aber
sie brennen rascher ab; bei zu geringem Durchmesser brennt die Lampe
unruhig und zischt. Bei den Lampen mit wagerechter Oberkohle verwendet
man besser etwas dnnere Kohlen, und zwar mag in obiger Tabelle jeweils
eine Stufe tiefer genommen werden.

Der Widerstand wird, namentlich wenn es sich um hhere Stromstrken
handelt, zweckmig regulierbar genommen. Auch den bei Wechselstrom
empfehlenswerten Transformator kann man mit einem regulierbaren
Widerstand in Verbindung bringen.


Zuleitung und Sicherung

Die Leitungsschnur fr den Anschlu an die elektrische Leitung mu
so stark bemessen sein, da sie die hchste zur Verwendung kommende
Stromstrke reichlich durchlt. Nimmt man das Kabel zu dnn, so tritt
eine Erhitzung des Drahtes ein, und die Isolation (Gummi und Garn)
kann in Brand geraten, wenn nicht gar der Docht selbst durchschmilzt.
Als Anhalt mag dienen, da man nach der Vorschrift deutscher
Elektrotechniker isolierte Drhte aus Leitungskupfer in folgender Weise
beanspruchen darf:

     Durchmesser von   1,8    2,3    2,8    3,6    4,6    5,7
    ----------------------------------------------------------
     bis zu Ampres     10     15     20     30     40     60

Es fragt sich nun, wie und wo der Anschlu an das Stromnetz zu bewirken
ist. Da hat man folgendes zu beachten. Sowohl fr die Hauptleitung
wie auch fr jede Zweigleitung ist auf der Schalttafel eine Sicherung
vorgesehen, die zum Schutze der Leitung dient. Wenn nmlich einmal
durch Unvorsichtigkeit zwei blanke Stellen der Drhte in Berhrung
kommen oder durch einen Metallgegenstand verbunden werden -- der
Techniker nennt das Kurzschlu߫ -- so wird infolge des geringen
Widerstandes pltzlich ein starker Strom durch die Leitung flieen,
der bei andauerndem Kurzschlu den Draht bermig erhitzen und
durchbrennen wrde. Die Sicherung nun besteht aus einem Stck Blei-
oder Silberdraht, der bei einer bestimmten Stromstrke durchschmilzt
und dadurch den Strom ffnet, und zwar wird die Sicherung der Strke
der Leitung so angepat, da eine berlastung der letztern unmglich
gemacht ist. Die Amprezahl, welche die Sicherung durchlt, ist darauf
aufgeschlagen. Man braucht also nur die Sicherung nachzusehen, um
festzustellen, ob die betreffende Leitung fr den Anschlu stark genug
ist.


Kleine und starke Bogenlichteinrichtung

[Illustration: Fig. 15. Kleine Bogenlichteinrichtung.]

Wenn wir mit niedriger Stromstrke arbeiten, etwa 5 Ampres, womit
man bei einem nicht zu groen Raume auskommt, so lt sich der
Anschlu in der Regel direkt an einen kleinen Stechkontakt oder an
eine Lampe machen, welche aus der Fassung herausgeschraubt wird.
Die ganze Anordnung, welche man als kleine Bogenlichteinrichtung
bezeichnen kann (im Gegensatz zur starken Bogenlichteinrichtung),
gestaltet sich dann recht einfach; sie ist in Figur 15 dargestellt.
Links haben wir die Bogenlampe, ein kleines Modell mit wagerecht
liegender Oberkohle, rechts davon den Widerstand, und beide Teile
verbunden durch die verflochtene Leitungsschnur, an deren Ende sich der
Gewindestpsel befindet; diesen schraubt man an Stelle der Glhlampe in
einen Kronleuchter oder in eine Tischlampe ein, oder man bewirkt nach
Entfernung des Gewindeteiles den Anschlu an einen Stechkontakt.

[Illustration: Fig. 16. Starke Bogenlichteinrichtung mit Schalttafel.]

Eine starke Bogenlichteinrichtung zum Arbeiten mit hhern Stromstrken
zeigt Fig. 16. Der Widerstand, welcher sich mit Hilfe der Kurbel
regulieren lt, ist auf einer Schalttafel angebracht, die weiterhin
ausgerstet ist mit einer Sicherung, einem Ausschalter und einem
Stechkontakt zum Anschlu fr die links dargestellte Bogenlampe. Zur
Vervollstndigung bringt man auf der Schalttafel zuweilen noch ein
Voltmeter und ein Ampremeter an, zwei Instrumente, welche die Hhe der
Stromstrke bzw. -spannung anzeigen. Der Anschlu an die Hausleitung
mu an einer Stelle bewirkt werden, die hinreichend stark gesichert
ist. Arbeitet man bei Wechselstrom mit einem Transformator, so ist zu
bercksichtigen, da der Apparat der Leitung eine geringere Stromstrke
entnimmt, als er zur Bogenlampe liefert; wenn die Stromstrke
nicht mehr als 5 bis 6 Ampres betrgt, so kann man, wie bei der
kleinen Bogenlichteinrichtung, mittels eines Gewindestpsels an die
Glhlampenleitung anschlieen. Eine solche Einrichtung ist in Fig. 17
wiedergegeben: rechts die Bogenlampe, links der Transformator, worauf
oben der Widerstand aufgebaut ist, und daneben die Leitungsschnur mit
dem Anschlustck.

[Illustration: Fig. 17. Bogenlampeneinrichtung mit Transformator und
aufgebautem Widerstand.]


Handhabung der Bogenlampe

ber die Handhabung der Bogenlampe ist folgendes zu sagen. Bei
Gleichstrom ist es zunchst von grter Wichtigkeit, fr einen
richtigen Anschlu der Lampe zu sorgen: die obere Kohle mu mit
dem positiven Ende des Kabels verbunden werden, die untere Kohle
mit dem negativen Ende. Wenn man nicht wei, welches Ende positiv
und welches negativ ist, so verbindet man zuerst auf gut Glck. Es
wird das eine Drahtende mit der Bogenlampe verbunden, das zweite
Ende an den Widerstand angeschlossen und von der andern Klemme des
Widerstandes wiederum eine Drahtverbindung zur zweiten Polklemme
der Bogenlampe gemacht. Um die Lampe in Betrieb zu setzen, schliet
man den eventuell vorgesehenen Ausschalter; hat man ferner einen
regulierbaren Widerstand, so stellt man die Kurbel auf den ersten
Kontakt. Alsdann bringt man die Kohlenstifte durch Drehen des Triebes
auf einen Augenblick zur Berhrung, um sie rasch wieder auf einige
Millimeter auseinanderzudrehen, wobei sich der Lichtbogen bildet.
Man lt die Lampe ein paar Minuten brennen und beobachtet nun, ob
sich in der obern Kohle ein Krater gebildet hat und die untere Kohle
spitzenfrmig angewachsen ist. Zeigt es sich, da die Kraterbildung an
der untern Kohle erfolgt, so hat man falsch verbunden, und man mu die
Drahtanschlsse wechseln. Der Krater, welcher sich an der obern Kohle
bildet, sendet die grte Lnge des Lichtes aus; damit er sein Licht
mglichst gleichmig gegen die Kondensorlinsen werfen kann, ordnet
man die beiden Kohlenstifte derart zueinander an, da der Krater nach
vorne hin zu liegen kommt. Bei der in Fig. 13 dargestellten Lampe wird
dazu die obere Kohle gegen die untere etwas zurckgestellt. Noch ein
anderes Merkmal zeigt uns an, ob die Drahtverbindung richtig ist:
wenn man ausgeschaltet hat, mu die obere Kohle lnger nachglhen
als die untere, da der positive Pol strker erhitzt wird als der
negative. Ist es umgekehrt, so hat man falsch angeschlossen. Dies gilt
fr Gleichstrom. Bei Wechselstrom kann man die Drhte nach Belieben
anschlieen, da es hier keinen positiven und negativen Pol gibt.

Neue Kohlen zischen anfangs; es mssen sich nmlich zunchst Krater
und Spitze bilden, bis die Lampe ruhig brennen kann. Zndet die
Bogenlampe nicht, wenn man die Kohlenstifte zur Berhrung bringt, so
ist an irgendeiner Stelle der Stromkreis unterbrochen, sei es, da ein
Anschlu zu machen versumt wurde, oder ein Draht schlechten Kontakt
hat, oder da eine Sicherung durchgeschmolzen ist. Man prfe mit Ruhe
alle Anschlsse der Reihe nach durch, und wenn dort der Fehler nicht
liegt, sehe man die Sicherungen nach.

Wer mit dem Bogenlichtapparat auf Reise geht und Vortrge an
verschiedenen Orten hlt, wird hier Gleichstrom, dort Wechselstrom,
hier 110 Volt, dort 220 Volt oder wiederum eine andere Voltzahl
antreffen. Er mu sich demgem fr das Arbeiten mit verschieden hohen
Spannungen sowohl bei Gleichstrom als auch bei Wechselstrom rsten,
und dazu braucht er einen sogenannten Universalwiderstand, der sich
auf die verschiedenen Spannungen bis zu etwa 250 Volt einstellen
lt. Es kommt nicht selten vor, da in einem Lokal keine Auskunft
ber die Hhe der Spannung zu erhalten ist. Da schraube man eine
Glhlampe ab: auf dieser findet man die Voltzahl aufgedruckt. Die auf
den Sicherungen und Ausschaltern verzeichnete Spannung (das wolle man
wohl merken) ist nicht magebend; man findet darauf beispielsweise
aufgeschlagen 250 Volt, whrend die Spannung des Netzes nur 110 Volt
betragen mag. Bei der Sicherung darf man sich nur an die aufgeschlagene
Amprezahl halten, welche die fr die gesicherte Leitung zulssige
Stromstrke angibt. Bei Verlegung von Anschlssen wird man gelegentlich
auch mit dem sogenannten Dreileitersystem zu tun haben; es ist
das ein Gleichstrom, welcher drei Leitungen besitzt. Hier werden
ebenfalls zum Anschlieen nur zwei Drhte benutzt: die Verwendung
beider Auenleiter gibt die normale, hohe Spannung des Netzes, z.
B. 220 Volt, whrend der Anschlu an einen der Auenleiter und den
Innenleiter (Nullpol) die Hlfte der Spannung, im obigen Beispiele
also 110 Volt, liefert. Man wird, wenn irgendmglich, die letztere
Anschluweise benutzen; jedoch schreiben die Elektrizittswerke,
wenn es sich um hhere Stromstrken, z. B. 30 Ampres, handelt, in
der Regel die Benutzung der beiden Auenleiter vor, da sonst eine
zu starke einseitige Belastung des Netzes eintreten kann. Auch bei
Drehstrom (Mehrphasenstrom) gibt es drei Drhte, an deren zwei man
anschlieen mu, um einen einphasigen Wechselstrom zum Betriebe der
Bogenlampe zu erhalten. Ntigenfalls setze man sich dieserhalb mit dem
Elektrizittswerk oder einem Elektrotechniker in Verbindung.


Das elektrische Glhlicht

[Illustration: Fig. 18. Fokuslampe.]

Der elektrische Strom lt sich auch in Form des Glhlichtes fr den
Lichtbilderapparat nutzbar machen. Die gewhnlichen Glhlampen sind
indessen nicht verwendbar, weil das Licht bei diesen zu wenig
konzentriert und meist auch zu schwach ist. Fr Projektionszwecke baut
man vielmehr eine besondere Lampe mit spiralfrmigem Faden, die
sogenannte Fokuslampe, welche fr eine Lichtstrke von 100 Kerzen
hergestellt und mittels der in Figur 18 wiedergegebenen Anordnung in den
Apparat gebracht wird. Eine hhere Lichtstrke lt sich mit Hilfe der
von Prof. Nernst erfundenen Glhlampe erzielen, die ebenfalls fr
Projektionszwecke gebaut wird. Bei diesen Nernstlampen sind Widerstnde
erforderlich, die in glhbirnenhnlichen Glasgefen untergebracht sind.
Die Brennfden mssen zuerst angewrmt werden, was bei neuern Lampen
durch eine automatische Zndung geschieht.


Das Kalklicht


Wirkungsweise des Kalklichtes

Das Kalklicht wird in der Weise dargestellt, da man mittels eines
Brenners eine sehr krftige Stichflamme erzeugt und diese gegen ein
Stck Kalk leitet, welches dadurch in intensive Weiglut versetzt wird.
Zur Bereitung der Stichflamme braucht man ein brennbares Gas, z. B.
Leuchtgas, sowie reines Sauerstoffgas. Sauerstoff bekommt man in
Stahlflaschen verpackt geliefert, und zwar wird dieses Gas unter einem
Druck von 120 Atmosphren darin eingefllt, so da 1200 #l# Sauerstoff
in eine 10-Liter-Flasche gehen. Die Stahlflaschen werden alle drei Jahre
amtlich geprft, wodurch die ntige Sicherheit fr deren Verwendung
gewhrleistet ist. Man kann nun den Sauerstoff unter dem zur Verfgung
stehenden hohen Druck nicht verwenden, vielmehr braucht man ihn im
Brenner nur unter 1/4 bis 1 Atmosphre und geht zur Darstellung
besonders krftigen Lichtes hchstens bis zu 1-1/2 oder 2 Atmosphren.
Man mu also den Druck vermindern, und dies geschieht mit Hilfe eines
Druckreduzierventils, welches an die Stahlflasche angeschraubt wird. Mit
diesem Instrument wird in der Regel noch ein Inhaltsmesser verbunden,
mit welchem man feststellen kann, wieviel Sauerstoff die Flasche noch
enthlt.


Ersatz fr Leuchtgas

An Stelle von Leuchtgas, welches ja nicht allenthalben zur Verfgung
steht, kann auch Wasserstoff benutzt werden, den man ebenso wie
Sauerstoff in Stahlflaschen komprimiert bezieht und mittels eines
Druckreduzierventils daraus entnimmt. Die Anschlustcke der
Wasserstoffflaschen sowie auch das dazu passende Reduzierventil haben
Linksgewinde, damit Verwechslungen mit Sauerstoffflaschen und -ventilen
nicht vorkommen knnen. Als brennbares Gas lt sich auch Azetylen
verwenden, das man mit den weiter unten beschriebenen Apparaten selbst
bereiten kann, und schlielich steht die Mglichkeit frei, flssige,
sehr leicht flchtige Brennstoffe zu verwenden, unter denen namentlich
reiner Schwefelther und Gasolin in Betracht kommen. Dieses Material mu
nun dem Brenner in gasfrmigem Zustande zugefhrt werden, und das
geschieht sehr bequem in der Weise, da man Luft durch die Flssigkeit
streichen lt, welche sich mit ther- oder Gasolindampf sttigt und nun
als Luftgas das brennbare Gas darstellt. Der einfachste Apparat zur
Erzeugung dieses Luftgases, die Luftgasdose, besteht aus einem kleinen
Kessel, der mit der Brennflssigkeit gefllt und durch eine
Schlauchleitung mit dem Kalklichtbrenner verbunden wird; letzterer saugt
die Luft durch den Kessel hindurch an. Whrend dieser Apparat nur fr
krzere Brenndauer bestimmt ist (etwa eine halbe bis drei viertel
Stunden), dient zum Arbeiten auf lngere Zeit der aus mehrern Gefen
zusammengesetzte Gasator.


Die Kalklichteinrichtung

Eine vollstndige Kalklichteinrichtung in Verbindung mit einem solchen
Gasator ist in Fig. 19 wiedergegeben. Wir haben links die Stahlflasche
mit dem Verschluhahn #A#, ber welch letztern beim Transport die
Kappe #B# geschraubt wird. An die Stahlflasche ist der Inhaltmesser
#E# und davor das Druckreduzierventil angeschraubt, welches ein
Manometer #D# zum Ablesen des Arbeitsdruckes besitzt, whrend mit
Hilfe der Schraube #F# dieser Druck eingestellt wird. Rechts steht der
Kalklichtbrenner, ein sogenannter Starkdruckbrenner, dessen rechter Hahn
durch Schlauchleitung mit dem Reduzierventil verbunden ist, whrend vom
linken Hahn ein Schlauch zu dem mit ther gefllten Gasator #K# fhrt.
Wenn Leuchtgas vorhanden ist, fllt der Gasator fort, und der Schlauch
wird direkt an die Leuchtgasleitung angeschlossen. Benutzt man
anderseits komprimierten Wasserstoff oder Azetylen, so kommt an Stelle
des Gasators die mit Reduzierventil versehene Wasserstoffflasche bzw.
der Azetylenapparat. Auf dem Brenner sitzt vorne auf einem Metallstift
das zylinderfrmige und durchbohrte Kalkstck, das durch einen Trieb von
hinten her der Brennerspitze genhert bzw. davon entfernt werden kann,
whrend ein zweiter Trieb das Kalkstck dreht und hebt. Durch diese
letztere Bewegung ist es mglich, der Stichflamme, welche mit der Zeit
ein Loch in den Kalk frit, eine frische Flche zu bieten. Neben der
Zylinderform gelangen auch scheibenartige Kalkstcke zur Verwendung; vor
allem aber benutzt man jetzt vielfach an Stelle des Kalkes, der in der
Regel nur fr ein einzige Vorstellung vorhlt, eine aus seltenen Erden
hergestellte Pastille. Dieses Material gibt, wenigstens bei einem
Sauerstoffdruck bis zu 1/2 Atmosphre, eine grere Helligkeit, und es
lt sich hufiger -- etwa zehnmal -- brauchen; auerdem sind die
Pastillen haltbar, whrend der Kalk bei seiner hygroskopischen
Eigenschaft leicht zerbrckelt, wenn er nicht sorgfltig, gegen
Feuchtigkeit und Hitze geschtzt, aufbewahrt wird.

[Illustration: Fig. 19. Kalklichteinrichtung.]


Handhabung des Kalklichtes

Nun wollen wir einmal die Kalklichteinrichtung in Betrieb setzen. Wir
haben zunchst die geschlossene Stahlflasche mit Sauerstoff vor uns,
deren Kappe #B# wir mit dem Schraubenschlssel durch Linksdrehen
abschrauben. Alsdann liegt der Ventilhahn #A# frei und seitlich daran
ein Rohransatz mit Gewinde, auf dem eine Kappe #C# sitzt, welche wir
losdrehen und entfernen. An diesen Ansatz werden dann Inhaltmesser und
Druckreduzierventil geschraubt (wie es die Abbildung zeigt); die
Schraubenmutter wird mit dem Schlssel fest angezogen. Zunchst drehen
wir die Stellschraube #F# links herum so weit heraus, bis sie keinen
Druck mehr auf das Ventil ausbt, wodurch letzteres geschlossen wird,
und ffnen dann langsam den Hahn #A# der Stahlflasche, um am
Inhaltmesser #E# den Inhalt zu kontrollieren (pltzliches ffnen
knnte den Inhaltmesser beschdigen). Dieses Instrument zeigt aber nicht
direkt den Inhalt an, sondern vielmehr den Druck, unter welchem der
Sauerstoff steht; daraus und aus dem Rauminhalt der Flasche lt sich
die Menge Sauerstoff durch Multiplikation direkt berechnen. Es mge der
Rauminhalt, welcher auf die Flasche aufgeschlagen ist, 11 #l# sein und
der Inhaltmesser 120 Atmosphren anzeigen: dann haben wir 11  120 =
1320 #l# Sauerstoff. Ist nach lngerm Gebrauch der Druck auf 40
Atmosphren gesunken, so haben wir nur noch 11  40 = 440 #l# Gas in
der Flasche.

Es heit nun, die Schlauchverbindungen herstellen. Hat man Leuchtgas zur
Verfgung, so fragt es sich, ob an geeigneter Stelle der Hausleitung ein
Hahn ist, auf den man den Schlauch stecken kann, oder ob man an eine
Gaslampe anschlieen mu. In letzterm Falle wird der Gasglhlichtbrenner
abgehoben, so da nur das untere Rohrteil stehen bleibt, ber welches
man den Schlauch stlpt; die Luftlcher unten am Brennerstck mu man
mit gummiertem Papier verkleben. Noch besser ist es, auch dies Rohrteil
abzuschrauben und an dessen Stelle ein kniefrmiges Schlauchansatzstck
aufzuschrauben. Nun wird das andere Ende dieses Schlauches auf den
linken Brennerhahn gesteckt, und der rechte Hahn mit dem
Druckreduzierventil durch eine Schlauchleitung verbunden; dieser
letztere Schlauch, welcher den hohen Sauerstoffdruck aushalten mu,
sollte recht starkwandig sein, und man tut gut, dessen Enden mit Drhten
an Reduzierventil und Brenner zu befestigen.

Endlich wird ein Kalkstck aus der Blechbchse genommen und auf den
Stift des Brenners gesetzt; der Abstand des Kalkes von der Brennerspitze
mag 3 bis 6 #mm# betragen. Man ffnet den Leuchtgashahn sowie den
linken Brennerhahn und entzndet die Flamme. Um aus dem Kalkstck
zunchst die Feuchtigkeit auszutreiben, lt man die Leuchtgasflamme
einige Minuten brennen und dreht das Kalkstck mittels des Triebes hin
und her. Alsdann dreht man, nachdem der rechte Brennerhahn ganz offen
gestellt ist (den Flaschenhahn #A# haben wir schon vorher geffnet),
allmhlich die Stellschraube #F# des Reduzierventils rechts herum
herein, wodurch nach und nach Sauerstoff zugelassen wird. Alsbald
entsteht eine krftige Stichflamme, und das Kalkstck gert in Weiglut.
Die groe Leuchtgasflamme, welche um den Kalk spielt, entfernt man durch
Abdrehen des linken Brennerhahns, den man aber nur so weit schliet, bis
das Maximum des Lichtes erzielt wird; es bleibt dann noch eine kleine
Flamme sichtbar. Dreht man die Schraube #F# weiter hinein, so steigt
der Arbeitsdruck des Sauerstoffs, welchen man am Manometer #D#
abliest, und die Helligkeit, aber gleichzeitig nimmt auch der
Sauerstoffverbrauch zu. So kann man nach Belieben die Lichtstrke
ndern. Kommt man in kleinen Rumen mit einem Arbeitsdruck von 1/4
Atmosphre aus, so geht man zur Erzielung hherer Lichtstrke auf 1/2
bis 1 Atmosphre oder steigert den Druck wenn ntig gar auf 1-1/2 bis 2
Atmosphren. Der Kalklichtbrenner arbeitet mit einem Injektor, durch
welchen der unter Druck durchblasende Sauerstoff das Leuchtgas in
entsprechendem Mae ansaugt.

Whrend des Betriebes dreht man von Zeit zu Zeit das Kalkstck, um der
Stichflamme eine neue Flche zu bieten. Benutzen wir eine Pastille, so
klappen wir anfangs den umlegbaren Halter zur Seite, da die bloe
Leuchtgasflamme das Material weicht, und stellen erst die Stichflamme
her, um dann den Pastillenhalter hochzuklappen. Die nach der Vorfhrung
uneben erscheinende Flche der Pastille knnen wir durch Reiben auf dem
Boden oder dergleichen gltten.

Steht kein Leuchtgas zur Verfgung, so ist es am bequemsten, mit dem
Gasator zu arbeiten. Wir fllen ihn zu etwa drei Vierteln mit reinem
Schwefelther (man verlange solchen vom spezifischen Gewicht 0,72) und
verbinden ihn, wie Fig. 19 zeigt, durch einen Schlauch mit dem linken
Brennerhahn. Whrend der Vorfhrung brauchen wir uns um das Instrument
nicht zu kmmern; nur wenn es sehr kalt ist, so da die Vergasung des
thers rasch vor sich geht, wird es notwendig sein, ihn in ein Gef mit
handwarmem Wasser zu stellen (nicht in heies Wasser). brig bleibenden
ther giet man zurck in das Vorratsgef -- am besten ein
explosionssicheres Gef, wie man es mit dem Gasator kaufen kann.
Gasolin ist billiger als ther, erfordert aber Vorsicht beim Einkauf, da
unter diesem Namen auch ungeeignete, weniger leicht flchtige
Materialien vertrieben werden. Es ist noch zu beachten, da der
Kalklichtbrenner zum Arbeiten mit ther oder Gasolin eine Brennerspitze
mit breiterer ffnung haben mu als fr Leuchtgas oder Wasserstoff. Fr
Azetylen werden mit Rcksicht auf die Eigenart dieses Gases besondere
Kalklichtbrenner hergestellt.

Angenommen, wir htten schon mehrere Vorfhrungen bewirkt, und nach der
Anzeige des Inhaltmessers wrde die Sauerstoffflasche nur noch fr eine,
hchstens zwei Vorstellungen reichen. Da schreiben wir an unsern
Lieferanten: Senden Sie mir eine gefllte Flasche Sauerstoff; unsere
Flasche ist voraussichtlich in 14 Tagen leer und wird dann in Tausch
gegen die neue Flasche zurckgeschickt. -- Sauerstoffflaschen knnen
jetzt auch als Eilgut versandt werden. Die leeren Flaschen laufen auf
der Bahn zum halben Frachtpreis zurck, wenn man sie im Frachtbrief als
Gebrauchte leere Stahlflasche -- Bahn gefllt passiert bezeichnet.

Eine Stahlflasche, welche 1200 bis 1300 #l# Sauerstoff enthlt, reicht
durchschnittlich fr acht Stunden. Der Verbrauch ist geringer, wenn man
den Sauerstoff unter schwcherm Druck zum Brenner lt, wodurch das
Licht gleichzeitig weniger stark wird, und umgekehrt steigt der
Verbrauch, wenn man durch Anwendung hhern Druckes ein intensiveres
Licht erzeugt. An Pltzen, wo komprimierter Sauerstoff nicht zu bekommen
ist, z. B. in berseeischen Lndern, mu man den Sauerstoff selbst
herstellen, wie dies frher allenthalben geschah. ber die verschiedenen
Verfahren der Sauerstoffbereitung mit Hilfe von Braunstein, Oxylith und
Oxygenit findet man Ausfhrlicheres im Handbuch der praktischen
Kinematographie, 3. Auflage.


Das Azetylenlicht

[Illustration: Fig. 20. Azetylengas-Entwicklungsapparat nebst Brenner.]

Zur Darstellung von Azetylen gebraucht man Kalziumkarbid, ein Material,
welches im elektrischen Ofen aus Kohle und Kalk gewonnen wird, und das
bei bloer Berhrung mit Wasser Azetylen abgibt. Man bringt das Karbid
in walnugroen Stcken in einen Metallkorb und hngt diesen in einen
oben geschlossenen Kessel (Glocke), der in einen, zweiten oben offenen
Behlter gesetzt wird, welchen man mit Wasser gefllt hat. Die Glocke
schwimmt auf dem Wasser; sowie man aber durch ffnen eines Ablahahnes
die Luft entweichen lt, sinkt die Glocke, das Karbid kommt mit dem
Wasser in Berhrung, und es entwickelt sich Azetylengas, welches die
Glocke mit dem Karbidkorb wieder hebt. Dadurch tritt eine Unterbrechung
der Gasentwicklung ein; wird nun das Gas verbraucht, so sinkt die Glocke
wiederum, das Karbid taucht abermals ein, entwickelt Gas, die Glocke
steigt usw. Ein solch einfacher Tauchapparat arbeitet also ganz
automatisch und entwickelt so viel Gas, als verbraucht wird.

Das Kalziumkarbid leidet an dem belstand, da es auch schon durch die
Luftfeuchtigkeit zersetzt wird und dabei das schlecht riechende
Azetylengas abgibt. Man bewahrt das Material daher in luftdicht
schlieenden Bchsen auf. Aber beim Einfllen hat man doch mit dem
Geruch zu tun. Angenehmer ist das Arbeiten mit einem aus pulverisiertem
Karbid und Paraffin hergestellten Produkt, den sogenannten
Beagidpatronen. Der Paraffinzusatz bewirkt, da die Entwicklung des
Gases langsamer und weniger strmisch vor sich geht, da sich die Masse
an der Luft weniger rasch zersetzt, und da ihr der unangenehme Geruch
des Karbids fehlt. Die Patronen bieten noch einen Vorteil: infolge der
gleichmigen Gasentwicklung ist es mglich, einen kleiner gebauten
Entwicklungsapparat zu verwenden.

Ein solcher Beagidapparat ist in Fig. 20 wiedergegeben. Er besteht aus
dem oben offenen Behlter, in welchen die unten korbartig erweiterte
Glasglocke pat; in die Glocke wiederum kommt ein durchbrochener
Metallkorb mit einem aufrecht stehenden Rohrstck, ber welches die
durchlcherten Beagidpatronen gesteckt werden. Zwei Patronen speisen den
dargestellten Azetylenbrenner auf etwa zwei Stunden. Nachdem der Apparat
in dieser Weise zusammengesetzt ist, fllt man den uern Behlter mit
Wasser. Die Gasentwicklung geht dann hnlich wie oben beschrieben vor
sich, nur mit dem Unterschied, da hier die Glocke festgestellt ist und
nicht hochsteigt, da vielmehr das Wasser selbst durch das entwickelte
Gas zurckgedrngt wird, wodurch dann die Entwicklung eine Unterbrechung
erleidet, bis das Gas verbraucht ist und das Wasser wiederum zutreten
kann. Der Apparat besitzt einen doppelten Boden, und zwar dient der
dadurch gebildete untere Raum zum Absetzen von Kondenswasser, das durch
einen Hahn abgelassen werden kann. Das an der Seite angebrachte Rohr
enthlt Stcke von Bimsstein oder Schwamm zum Reinigen und Trocknen des
Gases. Durch einen Schlauch wird das Azetylen dem Brenner zugefhrt. Die
abgebildete Form besitzt vier gabelfrmige Brenneraufstze, deren Licht
durch einen Reflektor verstrkt wird.

Whrend des Betriebes bedarf der Apparat keiner Wartung. Will man eine
Unterbrechung machen, so schliet man den Apparathahn. Nach der
Vorfhrung bringt man den Apparat auf den Flur oder Hof, zieht die
Glocke heraus und legt sie hin, damit das darin befindliche Gas
entweicht. Hierbei vermeide man es, eine brennende Flamme in die Nhe
des Apparats zu bringen, da sich das entweichende Gas sonst leicht
entznden knnte. Aus dem gleichen Grunde sollte man nicht dabei
rauchen. Ist eine der Patronen noch nicht verbraucht, so nehme man sie
heraus und hebe sie fr sptere Verwendung auf. Durch Eintauchen in
Petroleum kann man das Material gegen Feuchtigkeit schtzen.


Spiritus- und Gasglhlicht, Petroleumlicht

Die gewhnlichen Spiritusglhlichtbrenner, die man in besondern Lampen
fr die Projektionslaterne zurechtgemacht hat, sind fr
Lichtbilderdarstellungen in kleinen Rumen brauchbar; sie geben etwa
dieselbe Wirkung ab wie das Gasglhlicht und Petroleumlicht. Ein weitaus
krftigeres Licht hat man in der Weise zu erzielen gewut, da man den
Spiritus unter starkem Druck dem Brenner zufhrte. Fig. 21 zeigt eine
derart gebaute Lampe. An dem Spiritusbehlter links ist eine Pumpe
angebracht, mittels welcher man durch ein paar Schlge so viel Luft
aufpumpt, bis das kleine Manometer 1-1/2 Atmosphren (roter Strich)
anzeigt.

[Illustration: Fig. 21. Spiritusglhlicht-Drucklampe.]

Zum Inbetriebsetzen giet man in die Schale unterhalb des Glhstrumpfes
etwas Spiritus und zndet diesen an. Durch diese Vorheizung wird eine
Vergasung des zum Brenner flieenden Spiritus bewirkt. Kurz bevor die
Schale leer gebrannt ist, ffnet man den hinten herausstehenden
Regulierhahn, worauf sich die Lampe von selbst entzndet. Nun gilt es,
die Luftzufuhr des Brenners einzustellen. Dies geschieht mit Hilfe der
ber der Dsenspitze angebrachten Muffe, welche man durch Drehen hher
oder tiefer stellt, bis die grte Helligkeit erreicht ist. Wenn der
Strumpf nicht ordentlich glht, so drehe man die Muffe etwas herunter;
schlgt die Flamme oben ber den Glhkrper hinaus, so ist die Muffe
etwas hher zu drehen. Whrend des Betriebes achte man darauf, da der
Zeiger am Manometer nicht unter den roten Strich geht. Von Zeit zu Zeit
pumpt man entsprechend ein paar Schlge nach. Wenn die Lampe flackert
oder stoweise brennt, so ist der Brenner nicht gengend angeheizt
worden, und die Vergasung ist infolgedessen zu schwach. Man mu dann
nochmals anheizen.

Unter den Gasglhlichtlampen ist namentlich der neuerdings vielfach
angewandte hngende Glhlichtbrenner auch fr Projektionslaternen sehr
gut brauchbar; er bietet gegenber den stehenden Lampen den Vorteil,
da man in dem kleinen Glhkrper ein konzentrierteres Licht zur
Verfgung hat. Die Helligkeit reicht aber nur fr Vorfhrungen
in kleinern Rumen. Das Petroleumlicht wird heutzutage in
Lichtbilderapparaten nur noch selten angewandt. Die Skioptikonlampen mit
drei und vier Dochten, welche in frhern Jahren eine groe Rolle
spielten, vermgen unsern heutigen Ansprchen nicht mehr zu gengen. Ein
belstand dieser Lampen besteht darin, da sich ein Schwalchen
schwerlich vermeiden lt, sobald man den Brenner auf die grte
Helligkeit einstellt.




Zubehr zum Lichtbilderapparat


~Der Bildhalter~

[Illustration: Fig. 22. Doppelbildhalter.]

Auer Apparat und Lichteinrichtung braucht man vor allem noch einen
Bildhalter zum schnellen Wechseln der Glasbilder und ein groes, weies
Tuch, worauf man die Lichtbilder entwirft. Der Bildhalter sollte so
beschaffen sein, da er Glasbilder der handelsblichen Formate 8-1/4 
8-1/2 und 8-1/2  10 #cm# durcheinander aufnimmt; fr grere Apparate
mit 15- oder 16-#cm#-Kondensor sollte er auerdem fr Glasbilder 9 
12 #cm# geeignet sein. Das Einsetzen dieser verschiedenen Bildformate
in einen und denselben Halter wird mit Hilfe passender Einsatzrhmchen
ermglicht. Die Bildhalter besitzen meistens einen in dem Gleitrahmen
laufenden Schieber, welcher ffnungen fr zwei Bilder hat (vgl. Fig. 22)
und durch Hin- und Herschieben ein rasches Auswechseln gestattet. Man
hat auch andere Vorrichtungen konstruiert, z. B. solche, bei denen die
in Rhmchen gesteckten Bilder in einem Fallapparat gleiten und durch
Druck auf einen Hebel oder den Knopf einer elektrischen Auslsung
momentan ausgewechselt werden. Ein anderer, allerdings recht teurer
Apparat wiederum ist mit einem Magazin zur Aufnahme der ganzen
Bilderserie versehen, und die Platten werden automatisch gewechselt,
sobald der Vortragende auf einen elektrischen Kontakt drckt; da auch
die Bogenlampe selbstttig arbeitet, ist hier zum Betriebe gar keine
Bedienung erforderlich.


~Der Projektionsschirm~

Die Bilder werden entweder auf eine undurchsichtige weie Wand oder
durch einen transparenten Vorhang geworfen. Im erstern Falle steht der
Apparat im Zuschauerraum, im andern kommt er hinter den Schirm. Der
meist zur Verwendung gelangende Schirtingstoff ist sowohl zum Aufwerfen
als auch zum Durchwerfen zu gebrauchen; er mu aber, wenn man die Bilder
in der Durchsicht zeigen will, kurz vor dem Gebrauch mit einer Spritze
oder einem Schwamm angefeuchtet werden, damit er recht viel Licht
durchlt. Ist die Vorfhrung von lngerer Dauer, so empfiehlt es sich,
das Anfeuchten in einer Pause zu wiederholen. Ein kleiner Zusatz von
Glyzerin zum Wasser bewirkt, da die Wand weniger rasch eintrocknet.

Die Schirtingwand, welche in Breiten bis zu 5 #m# ohne Naht zu bekommen
ist, wird mit Hilfe angenhter sen oder auch Bnder in einen Rahmen
eingespannt. Sehr praktisch -- namentlich fr die Reise -- ist das
zerlegbare Gestell, welches aus einzelnen Bambusstben zusammengesetzt
wird. Es kann, wie Fig. 23 andeutet, von einer einzigen Person auch
ohne Zuhilfenahme einer Leiter in kurzer Zeit aufgerichtet werden. Fr
den Transport lt sich das Rahmengestell nebst Tuch in einen Kasten
oder Sack verpacken.

[Illustration: Fig. 23. Aufrichten des zerlegbaren Gestelles mit der
Projektionswand.]

Zum Aufwerfen der Lichtbilder ist noch besser als der etwas
lichtdurchlssige Schirtingstoff ein glatter Schirm mit prparierter
Oberflche. Diese sogenannten Reflexwnde lassen sich nicht falten, und
man mu sie daher mit einer Aufrollvorrichtung benutzen oder in einen
Spannrahmen einspannen. Fr die Reise gibt es ein zerlegbares Gestell,
welches mitsamt einer Aufrollvorrichtung und der Wand in einen langen,
schmalen Kasten hineingeht. Sehr schn erscheinen die Lichtbilder auch
auf einer mit Zinkwei gestrichenen oder mit Gips ausgespachtelten
Mauerwand, wie man sie in Schulrumen namentlich hinter der Wandtafel,
die dann hoch oder tief geschoben wird, leicht herrichten kann.

Eine noch bessere Wirkung ergeben die neuen Projektionsschirme, deren
Oberflche durch Prparierung mit Aluminiumbronze und einem geeigneten
Bindemittel silberglnzend gemacht ist. Diese Totalreflexwnde oder
Silberschirme bieten den Vorteil, da man infolge der erhhten
Reflexionskraft mit einer weniger intensiven Lichtquelle auskommt, da
man also erheblich an elektrischem Strom oder Sauerstoff sparen kann.
Sie sind namentlich fr diejenigen Projektionsarten zu empfehlen, welche
eine sehr krftige Beleuchtung erfordern, und das ist besonders die
episkopische sowie die kinematographische Projektion. Auf der silbernen
Oberflche gelangen berdies farbige Bilder schner und lebhafter zur
Wiedergabe.

Zum Durchwerfen der Lichtbilder ist auch Pauspapier geeignet; jedoch
bekommt man dieses nur bis zu 1-1/2 #m# Breite. Pausleinen gibt es nur
in Breiten bis zu 1 #m#. Hat der Vorhang eine Naht, so lasse man diese
quer ber das Bild gehen, da sie dann weniger strt.


~Das Stativ~

Ein besonderes Stativ fr den Apparat ist in den meisten Fllen nicht
erforderlich. Man nimmt einen gewhnlichen, aber krftigen Tisch, und
wenn dieser zu niedrig ist, setzt man den Apparatkasten darauf oder
stellt, falls auch dies nicht reicht, zwei Tische aufeinander. Soll ein
besonderes Stativ zur Anwendung kommen, so whle man ein Modell, welches
recht stabil ist und beim Arbeiten nicht ins Zittern gert. Geeignet
sind die der Hhe nach verstellbaren hlzernen Stative nach Art des
Gauschen Stativs sowie die vierbeinigen Tischstative, die entweder
feste Form haben oder mit Trieben zum Neigen und Hochstellen der
Tischplatten versehen sind. Bei stationren Einrichtungen ist auch
praktisch ein schrankartiges Stativ, das gleichzeitig zum Aufbewahren
von Apparat und Zubehr dient. Grere Institute besitzen zuweilen
Schrankstative, in welche man durch Drehen einer Kurbel den Apparat
versenkt, um ihn zum Gebrauch wieder hochzukurbeln.


~Leselampe und Signal~

Der Vortragende wird vielfach eine Leselampe bentigen, die auf das
Rednerpult gesetzt wird und mit einem kleinen Petrolbrenner oder einer
elektrischen Glhlampe ausgerstet ist; sie hat eine Blendvorrichtung
und lt das Licht nur auf das Manuskript fallen. Wenn der Apparat so
weit entfernt ist, da eine Verstndigung zwischen Vortragendem und
Vorfhrer durch direkte Zeichen Schwierigkeiten bietet, so ist es
empfehlenswert, eine elektrische Signalvorrichtung einzulegen, die aber
nicht strend laut sein sollte; praktisch ist ein stummes Signal, bei
dem eine aufleuchtende Glhlampe dem Vorfhrer das Zeichen zum Wechseln
des Bildes gibt.




Anschaffungs- und Betriebskosten des Lichtbilderapparats


Wer an die Beschaffung eines Lichtbilderapparats herantritt, wird in
erster Linie die Frage stellen: was kostet die Einrichtung, und wie
hoch beluft sich der Betrieb. Im Anschaffungspreis gibt es naturgem
einen weiten Spielraum. Ist man klar darber, welche Lichtquelle zur
Verwendung gelangen soll, so hat man wiederum die Wahl zwischen allerlei
verschiedenen Apparatmodellen; und hat man sich fr eine bestimmte
Ausfhrung entschieden, so kommt noch die Frage: soll das normale
Objektiv oder ein besonders scharf zeichnendes Instrument genommen
werden?

[Illustration: Fig. 24. Lichtbilderapparat mit kleiner
Bogenlichteinrichtung.]

Hier mag der Nachweis gengen, was eine wirklich brauchbare
Lichtbildereinrichtung mindestens kostet; wer dann noch mehr
Mittel zur Verfgung hat, wird nicht in Verlegenheit kommen, sie
unterzubringen. Zunchst sei, da heute elektrischer Strom an sehr
vielen Orten vorhanden ist, in Fig. 24 ein Apparat vorgefhrt, der
mit einer kleinen Bogenlichteinrichtung ausgerstet ist. Die ganze
Zusammenstellung, zu der ein 3  3 #m# groes weies Tuch gehrt,
kostet mit dem Transportkasten rund 180 #M#, mit einer einfacher
ausgefhrten Projektionslaterne rund 150 #M#. Kommt eine starke
Bogenlichteinrichtung in Frage, so wird man besser eine grere Laterne
nehmen, wie sie Fig. 25 zeigt; die ganze Ausrstung kostet dann je nach
der Hhe der Spannung und Stromstrke etwa 300 #M# bis 500 #M#. Eine
Zusammenstellung mit Kalklicht stellt Fig. 25 dar; diese kostet mit
Schirm und Transportkoffer rund 270 #M#, wozu noch etwa 60 #M# kommen,
wenn die Einrichtung unabhngig von Leuchtgas sein soll. Will man mit
Azetylen arbeiten, so findet man eine praktische Ausrstung in der Art,
wie sie Fig. 26 zeigt, schon zu rund 150 #M#.

[Illustration: Fig. 25. Lichtbilderapparat mit Kalklicht.]

ber die Betriebskosten, welche durch die Lichteinrichtung hervorgerufen
werden, mag nachstehende Tabelle einen ungefhren Anhalt bieten. Die
Betrge verstehen sich fr den Verbrauch in einer Stunde.

~Elektrisches Bogenlicht~ (ein Strompreis von 40 Pf. pro Kilowatt
angenommen)

     fr Ampres     5   10   15   20   30
    -------------------------------------------
     bei 110 Volt   22   44   66   88  132 Pf.
     bei 220  "     44   88  132  176  264  "

Dazu kommt noch ein kleiner Betrag fr Kohlenstifte.

  ~Starke Nernstlampe:~ bei 110 Volt 17-1/2 Pf.; bei 220 Volt 35 Pf.
  ~Mittlere Nernstlampe:~ bei 110 und 220 Volt etwa 13 Pf.
  ~Kleine Nernstlampe:~ bei 110 und 220 Volt etwa 4-1/2 Pf.
  ~Leuchtgaskalklicht:~ (bei 100 #l# Sauerstoffverbrauch): 72 Pf.
  ~therkalklicht:~ (bei 100 #l# Sauerstoffverbrauch): 110 Pf.
  ~Azetylenlicht:~ etwa 50 Pf.
  ~Spiritusglhlicht:~ 2 bis 5 Pf.
  ~Gasglhlicht:~ (bei 13 Pf. Gaspreis): 1-1/2 Pf.

Dazu kommt ein kleiner Betrag fr Glhstrumpfersatz.

  ~Petroleumlicht:~ 3 bis 4 Pf. (auer Dochtersatz).

In nicht wenigen Fllen wird die Frage auftauchen: Macht sich der
Lichtbilderapparat bezahlt -- ist es mglich, mit dem Apparat selbst
so viel zu erwerben, da die Beschaffungskosten damit bestritten
werden knnen? -- Einnahmequellen kann sich ein Verein verschaffen,
indem er zu den Lichtbildervortrgen Eintrittsgeld erhebt, sei es
nur von Nichtmitgliedern oder eventuell zu niedrigerm Satze auch von
Mitgliedern; zweitens dadurch, da er den Apparat an andere Vereine
gegen eine entsprechende Gebhr verleiht. Auf diese Weise knnen ganz
nette Betrge erzielt werden, so da die Kosten der Einrichtung ber
kurz oder lang herauskommen, wenn nicht gar ein hbscher berschu
bleibt. In vielen Fllen sind auf diese Weise schne Erfolge erzielt
worden.

[Illustration: Fig. 26. Lichtbilderapparat mit Azetylenlicht.]




Die Glasbilder und deren Aufbewahrung


Die Glasbilder, welche man im Handel kuflich oder leihweise erhlt,
sind jetzt fast ausschlielich auf photographischem Wege hergestellt;
in vielen Fllen sind die Bilder auerdem mit der Hand koloriert. Zum
Schutze der photographischen Schicht werden die Glasbilder mit einem
Deckglase versehen, und zwischen beiden Platten ist in der Regel eine
Papiermaske eingeklebt. Das Auenformat ist 8-1/4  8-1/4 oder hufiger
8-1/2  10 #cm#.

Wer Amateurphotograph ist, dem wird es keine Schwierigkeiten
machen, mit Hilfe von Diapositivplatten selbst Glasbilder fr den
Lichtbilderapparat herzustellen. Diese selbstgefertigten Bilder,
welche die auf den Reisen gesehenen Sttten wiedergeben, bereiten
meist besondere Freude und Befriedigung, besonders wenn man es in der
Kunst des Photographierens weit gebracht hat. Auch das Kolorieren lt
sich bei einiger bung und einigem Geschick mit Erfolg ausben; die
erforderlichen Farben sind nebst Anweisung im Handel zu beziehen.

[Illustration: Fig. 27. Klappkasten fr die Glasbilder.]

Zur Aufbewahrung der Glasbilder gibt es sogenannte Nutenkasten, die
jeder Platte ein kleines Abteil bieten. Fr Wanderredner sind diese des
groen Raumes halber, den sie einnehmen, weniger beliebt. Da ist recht
praktisch der in Fig. 27 dargestellte Klappkasten, welcher 60 bis 70
Bilder aufnimmt. Fr den Transport kommen die Bilder smtlich in den
linken Kastenteil, und man klappt den Deckelteil darber.

Zum Gebrauch aber stellt man den Kasten auf den Kopf, derart, da
der Deckelteil unten ist, lst die Haken und schlgt den Unterteil
heraus. Nun befinden sich die Bilder lose in dem weitern Deckelteil,
aus welchem sie bequem einzeln herausgenommen werden knnen. Die
projizierten Bilder stellt der Vorfhrer in den freien Kastenteil
links, und man hat dann zum Schlu der Vorstellung alle Bilder wieder
geordnet darin stehen, so da man nur zuzuklappen und zu schlieen
braucht.




Aufstellung und Handhabung des Lichtbilderapparats


Zunchst ist zu erwgen, ob die Lichtbilder in der Aufsicht oder in der
Durchsicht gezeigt werden sollen. Manche groen Sle haben gerumige
Bhnen, und da ist das Durchwerfen hufig bequemer, um so mehr als
der Apparat in diesem Falle gegen die Zuschauer verborgen ist. Man
braucht aber einen Apparatabstand, der etwa zweimal so gro ist als
das Lichtbild -- also fr ein 3  3 #m# groes Lichtbild einen etwa 6
#m# groen Abstand. Ist die Bhne nicht tief genug, so kann man sich
unter Umstnden in der Weise helfen, da man den Schirm ein Stck vor
der Bhne, in den Saal hinein, aufbaut. Entschliet man sich zum
Aufwerfen der Bilder, so wird man einen Platz suchen, wo das Publikum
durch den Apparat recht wenig oder besser gar nicht gestrt wird.
Eine Aufstellung mitten im Saal ist tunlichst zu vermeiden. Kann man
nicht ber den ganzen Raum hinwegprojizieren, so sehe man zu, ob sich
die Laterne nicht an einer Seitenwand aufstellen lt, wobei dann der
Schirm ebenfalls entsprechend nach dieser Seite herbergeschoben wird.
Strahlt der Apparat strendes Licht gegen die Zuschauer aus, so decke
man dieses durch einen Vorhang oder eine spanische Wand ab. Je weniger
das Publikum von der Maschinerie zu sehen bekommt, desto besser.

Beim Durchwerfen des Lichtbildes macht sich zuweilen ein strender
Lichtfleck in der Mitte des Vorhanges bemerkbar. Um diesen zu
vermeiden, mu man Sorge tragen, da diejenigen Strahlen, welche
vom Apparat gegen die Mitte des Schirmes gerichtet sind, in ihrer
Verlngerung ber die Kpfe der Zuschauer hinweggehen. Der Apparat mu
dabei in der Regel etwas nach aufwrts geneigt werden.

Wenn die Vorfhrung am Tage stattfindet, so mu man fr gehrige
Verdunkelung des Raumes Sorge tragen; handelt es sich um ein stndig
fr Projektionszwecke einzurichtendes Lokal, so wird man die Fenster
beispielsweise durch eingepate Rahmen, die mit dichtem Stoff
bespannt sind, abdichten. In den Physikzimmern der Schulen findet man
vielfach rouleauxartige Vorrichtungen, die mit einer Kurbel hoch-
und niedergedreht werden knnen. Bei vorbergehender Benutzung des
Raumes mu man sich, wenn kein besseres Mittel zur Verfgung steht,
mit Blenden oder Vorhngen behelfen. Lt sich dabei falsches Licht
nicht vermeiden, so sorge man vor allem dafr, da es nicht auf den
Projektionsschirm und mglichst auch nicht in die Augen der Zuschauer
fllt, eventuell schtze man den Schirm dagegen durch ein seitlich
aufgehngtes Tuch. Bei hinreichend krftiger Lichtquelle ist es auch
mglich, in einem nur zum Teil verdunkelten Raume zu projizieren; man
mu dabei aber den eben gegebenen Ratschlag befolgen. In allen Fllen,
namentlich bei Abendvorstellungen, sollte man dafr Sorge tragen, da
die Beleuchtung des Raumes rasch ein- und ausgeschaltet werden kann.

Ehe man den Apparat in Betrieb setzt, prfe man die Linsen des
Kondensors und Objektivs, um sie, wenn ntig, herauszunehmen und mit
einem weichen Lappen zu putzen. Die Kondensorlinsen drfen nicht fest
in die Fassung eingeklemmt werden; denn dadurch kann ein Platzen der
Glser herbeigefhrt werden. Nachdem smtliche fr die Projektion
erforderlichen Teile zur Hand sind, bringt man die Lichtquelle in Gang,
schiebt die Lampe in den Apparat und wartet zunchst einige Minuten,
bis die Laterne angewrmt ist, wobei man die Lampe, wenn es geht,
schwcher brennen lt; vor allem schiebe man sie nicht sofort dicht
gegen die kalte Kondensorlinse vor.

[Illustration: Fig. 28. Merkmale fr die Zentrierung der Lichtquelle.]

Die Zentrierung der Lampe geschieht auf folgende Weise. Sie mu derart
im Apparat stehen, da auf der Wand ein schnes, gleichmig weies
Bildfeld erscheint, wenn kein Bild eingesetzt ist. Bei falscher
Einstellung zeigen sich blaue Flecken oder ein gelbroter Rand,
fehlerhafte Erscheinungen, ber welche Figur 28 Aufschlu geben mag.
Bei 1 steht die Lampe zu weit rechts, 2 zu weit links, 3 zu hoch, 4
zu tief, 5 (gelbroter Rand) zu weit vom Kondensor, 6 und 7 (blauer
Flecken) zu nahe am Kondensor und 8 richtig. Als allgemeine Regel kann
man sich folgende merken: wenn sich rundum ein blauer Ring zeigt,
steht die Lampe zu nahe am Kondensor, zeigt sich ein roter Rand, steht
sie zu weit; macht sich ein sichelfrmiger Schatten bemerkbar, so mu
man die Lampe immer in entgegengesetzter Richtung bewegen -- ist also
beispielsweise der Schatten oben, so mu man das Licht etwas senken.
Man gebe sich beim Einstellen nicht mit halber Arbeit zufrieden,
sondern zentriere recht sorgsam; es ist Sache einiger Augenblicke
und lohnt durch schne, klare Bilder. Kann man kein gleichmig
beleuchtetes Feld erzielen, so pat wahrscheinlich die Brennweite des
Kondensors nicht zu derjenigen des Objektivs, und man wird, um Abhilfe
zu schaffen, auf die Ausfhrungen zurckgreifen mssen, welche im
Anfange dieser Schrift gegeben wurden.

Wenn die Lampe gut zentriert ist, geht man an die scharfe Einstellung
des Objektivs. Man bringt den Bildhalter in die Bhne, prft, ob dieser
auch gleichmig vor der Kondensorlinse sitzt, und steckt ein Glasbild
ein. Zunchst bewirkt man eine grobe Einstellung durch Verschieben
des Rohrstckes, Schlittens oder Balgauszugs, woran das Objektiv
befestigt ist, und stellt dann scharf ein mit Hilfe des Zahntriebes
der Objektivfassung. Zur Kontrolle wird das Glasbild nochmals entfernt
und beobachtet, ob bei der Verstellung des Objektivs das Bildfeld auch
vllig wei geblieben ist; ntigenfalls mu man die Lichtquelle etwas
nachzentrieren.

Bei dieser Gelegenheit wird man studieren, wie die Glasbilder
eingesetzt werden mssen. Zunchst zeigt es sich, da das Bild auf
dem Kopf stehen mu; ferner mu die Deckglasseite (auf dieser Seite
befindet sich in der Regel das Etikett mit der Aufschrift) dem
Kondensor zugewandt sein. Setzt man anders herum ein, so erscheint
das Lichtbild seitenverkehrt. Dies gilt fr die Aufprojektion; beim
Durchwerfen des Bildes mu man die Deckglasseite dem Objektiv zukehren.
Man tut gut, sich vor der Vorfhrung hiervon durch Versuche zu
berzeugen.

Damit beim Einsetzen der Platten kein Irrtum unterluft, stelle man
smtliche Bilder in bestimmter Ordnung in den Kasten -- nicht etwa das
erste Bild mit dem Kopf nach oben, das zweite mit dem Kopf nach unten,
eines mit dem Rcken nach hinten, das nchste mit dem Rcken nach
vorne. Hat man die Bilder gleichmig geordnet, so sind beim Einsetzen
in den Apparat stets dieselben Handgriffe zu machen. Wenn man mit einer
Hilfe zu tun hat, der man nicht genug zutraut, so mag noch auf jedes
Bild ein kleines Stckchen gummierten Papiers geklebt werden, das einen
sichern Anhalt fr das Einsetzen bietet.

Die Glasbilder mssen beiderseitig gut geputzt und drfen beim
Einsetzen nur am Rande angefat werden, da Fingerflecken sich im
Lichtbild unangenehm bemerkbar machen. Sind die Platten kalt, was
besonders dem Wanderredner im Winter leicht vorkommen wird, so wrme
man sie in der Nhe des Ofens an, bis sie handwarm sind; andernfalls
werden die Glser leicht im Apparat beschlagen. Nach der Vorstellung
achte man darauf, da kein kalter Luftzug von der geffneten Tre oder
Fenster her gegen die Kondensorlinsen dringt. Durch die pltzliche
Abkhlung kann nmlich das Glas unter Umstnden zum Platzen gebracht
werden.




Die episkopische Projektion (Projektion undurchsichtiger Gegenstnde)


Mit Hilfe einer besondern Vorrichtung, des Episkopansatzes,
welcher mit dem Lichtbilderapparat in Verbindung gebracht wird,
kann man undurchsichtige Gegenstnde aller Art, wie Papierbilder,
Ansichtspostkarten u. dgl., projizieren. Der Ansatz besteht aus einem
winkelfrmigen Kasten, der gem Fig. 29 am Apparat angebracht wird,
nachdem man den Objektivtrger entfernt und das Objektiv selbst
wiederum an den Kasten angeschraubt hat. Die Papierbilder werden
mit Hilfe von Metallrhmchen an der Rckseite des Kastens vor die
umklappbare Tre eingeschoben; grere Sachen, wie Bcher usw.,
hlt man dagegen, nachdem die Tre vllig heruntergeklappt ist. Die
Wirkungsweise ist folgende. Das aus dem Kondensor austretende Licht
fllt auf das Papierbild, und dieses wirft die Lichtstrahlen zurck;
das Objektiv wiederum fngt von diesen nach allen Seiten zerstreuten
Strahlen einen Teil auf und leitet ihn derart gegen den Schirm, da
dort ein scharfes, vergrertes Lichtbild zustande kommt. Aber die
Helligkeit des Lichtbildes ist verhltnismig gering. Whrend nmlich
bei der Projektion von Glasbildern der ganze Strahlenkegel ins Objektiv
geleitet und voll ausgenutzt werden kann, geht hier durch die bei der
Reflexion erfolgende Zerstreuung der grte Teil der Strahlen, und
zwar ber 90 Prozent, verloren, so da nicht einmal ein Zehntel des
Lichtes auf den Schirm gelangt. Damit man einen mglichst gnstigen
Effekt erhlt, mu man eine sehr intensive Lichtquelle benutzen,
das Objektiv mu einen recht groen Linsendurchmesser haben, und
der Schirm endlich mu eine hohe Reflexionskraft besitzen. Deshalb
ist bei dieser Projektionsart die Verwendung einer silberglnzenden
Wand besonders angebracht. Die Lampe stellt man derart ein, da das
Papierbild gleichmig und krftig beleuchtet wird; unter Umstnden
erhlt man einen bessern Effekt, wenn man die vorderste der beiden
Kondensierungslinsen entfernt; besitzt der Apparat einen dreifachen
Kondensor, so ist auf jeden Fall die vorderste (dem Bild zugekehrte)
Linse fortzunehmen.

[Illustration: Fig. 29. Projektionslaterne mit Episkopansatz.]

Fr grere Demonstrationen werden besondere episkopische Apparate mit
sehr lichtstarken Objektiven gebaut, bei welchen die zu projizierenden
Papierbilder usw. auf eine wagerechte Flche gelegt und mit Hilfe eines
Spiegels beleuchtet werden. Unter Verwendung von Gleichstrombogenlicht
hoher Stromstrke -- 30 bis 40 Ampres -- kann man auch in nicht
allzu groen Slen vllig zufriedenstellende Resultate erzielen. Bei
der Wahl der Bilder mu man kritisch sein und bercksichtigen, da
beispielsweise flaue Photographien unter keinen Umstnden krftige
Lichtbilder abgeben knnen.




Wissenschaftliche und mikroskopische Projektion


Eine wichtige Rolle spielt der Lichtbilderapparat im physikalischen
Unterricht, namentlich, wenn es gilt, optische Versuchsanordnungen zu
zeigen. Es wird da ein Apparat gebraucht, der recht viel Spielraum
zum Aufbauen der Instrumente bietet. Recht praktisch ist ein Modell
mit optischer Bank, wie es in Fig. 12 angedeutet wurde. Die Zahl der
Experimente, welche sich mit dem Projektionsapparat ausfhren lassen,
ist eine auerordentlich groe, und wer sich auf diesem Gebiete
bettigt, findet hier ein sehr dankbares Feld. Manche Versuche, z.
B. die Darstellung der magnetischen Kurven und die Kristallisation
von Flssigkeiten, erfordern eine horizontale Anordnung der Objekte
im Apparat; in solchen Fllen braucht man eine Vorrichtung zur
Vertikalprojektion, welche vor die Laterne gesetzt wird, nachdem die
vorderste Kondensierungslinse entfernt ist.

[Illustration: Fig. 30. Lichtbilderapparat mit Projektionsmikroskop,
ein Bienenbein vergrernd.]

Zur Verwendung mit dem Mikroskop eignet sich ebenfalls besonders
gut ein Apparat mit optischer Bank, auf welchem man das Instrument
aufbauen kann. Die in den hhern Lehranstalten meist vorhandenen
umlegbaren Tischmikroskope lassen sich in der Regel fr Projektion
verwendbar machen. Aber auch der gewhnliche Lichtbilderapparat kann
mit einer mikroskopischen Einrichtung ausgerstet werden, die bei
Vortrgen durch die Vergrerung der kleinen Gebilde aus Tier- und
Pflanzenwelt eine Flle von Belehrung und Anregung zu bieten vermag.
Das Projektionsmikroskop wird beispielsweise in der durch Fig. 30
angedeuteten Art mit der Laterne verbunden, indem es nach Entfernung
des Objektivs einfach mit Hilfe eines kleinen Dreifustativs vor den
Apparat gestellt wird. Das wiedergegebene Instrument ist mit drei
Mikroskopobjektiven von verschieden starker Vergrerung versehen,
welche an einem Revolver sitzen und rasch ausgewechselt werden knnen;
die Scharfeinstellung erfolgt durch einen Spindeltrieb.

Die mikroskopische Projektion verlangt ein krftiges und konzentriertes
Licht; immerhin kann man bei Verzicht auf strkere Vergrerungen
und bei Beschrnkung auf ein kleineres Lichtbild auch mit Azetylen
und selbst mit dem Hngeglhlicht recht hbsche Resultate erzielen.
Prparate kann der Naturfreund in beliebiger Menge selbst herstellen;
auch wer sich nicht damit befat, Schnitte zu machen, findet
zahlreiche geeignete Objekte, wie Spinngewebe, Teile von Insekten u.
dgl., die ohne weiteres mit dem Mikroskop projiziert werden knnen.




Der Lichtbilderapparat als Scheinwerfer


In vielen Fllen kann der Projektionsapparat als Scheinwerfer
vorzgliche Dienste leisten, namentlich bei Theaterauffhrungen und bei
der Darstellung lebender Bilder. Ob dabei der Apparat am besten mit
oder ohne Objektiv zu verwenden ist, stellt man durch einen Versuch
fest. Zur Beleuchtung einzelner Personen sowie auch kleinerer Stellen,
z. B. eines Kopfes, nimmt man die vordere Kondensierungslinse (d.
h. die dem Objektiv zugewandte Linse) heraus und entfernt auch das
Objektiv. In einigem Abstand vor dem Apparat bringt man ein Stck
Karton oder Blech mit entsprechendem Ausschnitt an, wodurch das
Strahlenbndel begrenzt wird. Durch Vor- und Zurckschieben der Lampe
kann man den Lichtkegel breiter bzw. schmaler machen; nach Bedarf
frbt man ihn mit vorgehaltenen bunten Gelatinefolien, die zwischen
Glasplatten eingeklebt werden.

Auch zur Darstellung von Schattenbildern ist der Lichtbilderapparat
vorzglich geeignet. Man benutzt dazu einen transparenten Schirm und
setzt die Laterne, komplett mit Objektiv versehen, oder aber die Lampe
allein in einem Abstand von 4 bis 6 #m# hinter dem Schirm auf den
Boden. Die Bewegungen der Spielenden mssen vorher gut einstudiert
werden. Man kann mit diesen pantomimischen Schattenbildern und den
spahaften Szenen, die sich ohne alle Schwierigkeit vorfhren lassen,
eine recht hbsche Unterhaltung bereiten.




Der Lichtbilderapparat als photographischer Vergrerungsapparat


Der Amateurphotograph kann den Lichtbilderapparat erfolgreich zur
Herstellung photographischer Vergrerungen verwenden, auch wenn er
eine einfache Projektionslaterne besitzt, die fr diesen Zweck nicht
besonders hergerichtet ist. Es sind dabei ein paar Punkte zu bemerken.
Zunchst mu man alles aus dem Apparat austretende falsche Licht
abdecken, da dieses die Vergrerung verschleiern wrde. Man benutzt
dazu z. B. einen Vorhang; manchmal gengt ein groer Karton, der vor
der Laterne aufgestellt wird und eine runde ffnung fr das Objektiv
hat. Auch eine Kiste mit einem Ausschnitt fr das Objektiv erscheint
manchmal brauchbar. Ein anderes Verfahren besteht darin, da man oben
vom Objektivtrger bis zu den obersten Ecken des Brettes, worauf das
photographische Papier gespannt wird, Schnre zieht und ber diese ein
Tuch legt; dadurch soll das falsche Licht vom Papier abgehalten werden.
Andere wiederum stellen den Apparat auerhalb der Dunkelkammer auf und
schneiden in die Tre ein Loch fr das Objektiv.

Da die Vergrerung bei diesen Arbeiten eine bedeutend geringere ist
als beim Projizieren, so erhlt das Objektiv eine andere Einstellung,
und zwar kommt es in einen grern Abstand vom Kondensor. In manchen
Fllen mag der Rohrauszug des Apparats nicht gengend lang sein,
und man mu sich dann in irgendeiner Weise helfen. Es kann dabei
weiterhin vorkommen, da die Brennweite des Kondensors nun nicht
mehr pat, was durch gelbrote Rnder oder blaue Flecken im Bildfelde
sich bemerkbar macht; in solchem Falle mu der Kondensor eine Linse
lngerer Brennweite erhalten, geradeso wie wenn man ein Objektiv
lngerer Brennweite damit verwenden will. Zur Erhhung der Schrfe ist
es vielfach erforderlich, das Objektiv abzublenden; wenn eine Blende
nicht vorhanden ist, so kann man sich in der Weise helfen, da man
solche aus schwarzem Papier oder Blech ausschneidet und auf die vordere
Linse des Objektivs legt; richtiger allerdings sollte die Blende
mitten in die Objektivfassung kommen, wo in der Regel ein Blendrand
eingesetzt ist. Die Belichtungszeit, welche abhngig ist von der Strke
der Lichtquelle, dem Mae der Vergrerung, der Empfindlichkeit des
Papiers sowie der Dichte des Negativs, stellt man durch Versuche fest,
wozu es gengt, schmale Streifen des betreffenden Papiers zu benutzen.
Bei elektrischem Bogenlicht ordnet man vielfach zwischen den beiden
Kondensierungslinsen oder, wenn dies nicht geht, zwischen Lampe und
Kondensor eine Mattglasscheibe an; dadurch wird einmal das in der Regel
zu helle Licht gedmpft und fernerhin eine gleichmigere Beleuchtung
erzielt, welche auch die Anwendung kleinerer Blenden gestattet, ohne
da dabei strende Flecken im Bildfelde auftreten.




Die Darstellung lebender Lichtbilder (kinematographische Projektion)


~Wirkungsweise des Kinematographen~

[Illustration: Fig. 31. Stck eines Filmbandes.]

Die Projektion kinematographischer Lichtbilder bietet, soweit man den
eigentlichen Projektionsvorgang ins Auge fat, prinzipiell nichts
Neues. Nur gelangen dort an Stelle der Glasbilder kleine Filmbilder zur
Verwendung, die in ihrer Gesamtheit ein langes Bildband darstellen. Ein
Stck eines solchen Filmbandes, welches aus transparentem Zelluloid
besteht und eine photographische Bildschicht besitzt, ist in Fig. 31
wiedergegeben, und zwar in Originalgre. Das Band selbst hat eine
Breite von 35 mm, whrend jedes Bildchen darauf ungefhr 19 mm hoch und
25 mm breit ist. ~Ein~ Bild sieht fast genau so aus wie das nchste;
erst wenn man mehrere Bilder berfliegt, merkt man einen Unterschied
in der Abbildung. Und das ist kein Wunder; werden die Aufnahmen doch
mit einem Apparat gemacht, welcher in der Sekunde durchschnittlich
16 Bilder herstellt. Eine so rasche Folge der Bilder ist nmlich
erforderlich, wenn eine ununterbrochene, schne Wiedergabe der Bewegung
erzielt werden soll. In der Minute haben wir mithin rund 1000 Bilder,
und das macht, da jedes Bildchen etwa 2 cm hoch ist, ein Band von
ungefhr 20 m Lnge. Fr eine Szene, die 5 Minuten dauert, braucht man
also 100 m Film. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen, aber
selbst Aufnahmen von vielen 100 m Lnge sind heute nichts Besonderes
mehr.

Das Filmband ist, wie die Figur zeigt, an beiden Rndern in
regelmiger Folge mit Lchern versehen, und zwar derart, da auf jedes
Bild beiderseits vier Lcher kommen. Diese Perforation, welche von
Edison eingefhrt wurde, mu man anwenden, damit der Mechanismus den
Film genau weiterbewegen kann.

[Illustration: Fig. 32. Schema einer Filmkamera.]

Zunchst wollen wir einmal zusehen, wie die photographische Aufnahme
eines solchen Filmbandes bewirkt wird, und darber knnen wir uns am
besten klar werden, indem wir eine einfache Filmkamera, z. B. einen
Kodak, zur Hand nehmen. Die Anordnung ist in Fig. 32 schematisch
dargestellt. Auf der Rolle #M# sitzt ein lichtempfindliches Filmband;
es ist zur Rolle #N# gefhrt, worauf es sich, wenn man die Rolle dreht,
aufwickelt. #O# ist das Objektiv und #S# die Verschluscheibe. Um eine
Aufnahme zu machen, gibt man der Verschluscheibe eine Umdrehung. Es
bewegt sich dann die ffnung #T# am Objektiv vorbei, lt Licht zu und
verursacht damit eine Belichtung. Nun soll ein zweites Bild gemacht
werden. Dazu mu zunchst der Film durch Drehen der Rolle #N# um
ein Stck, so gro wie das Bildchen #a#, weitergezogen werden. Wenn
das geschehen ist, wird der Verschluscheibe wieder eine Umdrehung
gegeben. Ein drittes, viertes, fnftes Bild usw. erfordert immer wieder
dieselben Handgriffe: stets wird zuerst der Film weitergezogen und dann
die Verschluscheibe gedreht.

[Illustration: Fig. 33. Kinematographische Aufnahmekamera.]

Denken wir uns nun in die Kamera einen Mechanismus eingebaut, der diese
Handgriffe selbstttig ausfhrt, so haben wir den kinematographischen
Aufnahmeapparat, wie er in Fig. 33 dargestellt ist. Man braucht
nur eine Kurbel zu drehen, dann schiet der Apparat wie ein
Schnellfeuergeschtz los und macht auf das Filmband in rascher Folge
eine groe Anzahl von Aufnahmen -- wie wir hrten, durchschnittlich 16
in der Sekunde.

Von dem erhaltenen Negativfilm wird durch Kopieren der Positivfilm
hergestellt, wovon Fig. 31 ein Stck zeigte. Diesen Positivfilm
bringen wir nun in den Lichtbilderapparat, um ihn als lebendes Bild
auf die Wand zu werfen. Die allgemeine Projektionsanordnung ist in
Fig. 34 dargestellt. Links haben wir die Laterne mit der Lichtquelle,
am besten einer Bogenlampe; in der Vorderwand bei #K# die beiden
Kondensierungslinsen, welche die Lichtstrahlen aufnehmen und in
einem Kegel vorne in das Objektiv #O# leiten. Das Objektiv dirigiert
die Strahlen derart weiter, da von dem an der Belichtungsstelle
befindlichen Bildchen a auf der Projektionswand ein scharfes Lichtbild
entsteht.

Die Vergrerung dabei ist eine betrchtliche. Wenn der
Projektionsschirm beispielsweise 2-1/2 #m# breit ist, so erhalten wir
von dem 2-1/2 #cm# breiten Filmbildchen der Linie nach eine 100fache,
der Flche nach eine 10000fache Vergrerung; bei 5 #m# breitem
Schirm ist die Flchenvergrerung gar eine 40000fache. Es ist leicht
verstndlich, da wir hier ein Objektiv krzerer Brennweite brauchen
als zur Projektion von Glasbildern. Da die Filmbilder linear etwa
ein Drittel so gro sind als die handelsblichen Diapositive, so mu
die Brennweite des Kinematographenobjektivs unter sonst gleichen
Verhltnissen (gleicher Abstand und Schirmgre) etwa ein Drittel so
lang sein als das Objektiv des Lichtbilderapparats.

[Illustration: Fig. 34. Das Filmband im Lichtbilderapparat.]

Um nun auf dem Projektionsschirm die richtige Wirkung zu erhalten,
mssen wir das Filmband in der gleichen Weise ruckweise weiterbewegen,
wie dies vorher bei der Aufnahme in unserm Kodak geschah, den wir
uns mechanisch betrieben dachten: der Film bleibt jedesmal einen
Augenblick an der Belichtungsstelle ruhig stehen, dann springt er um
ein Bild weiter, steht wieder ruhig, springt weiter und so fort. Die
Verschluscheibe #S# mit der ffnung #T# brauchen wir auch hier; sie
soll nmlich das Objektiv immer in dem Moment verschlieen, wo sich der
Film weiterbewegt, damit wir das Rutschen der Bilder nicht wahrnehmen.

Wir mssen uns also auch in den Lichtbilderapparat einen Mechanismus
einbauen, der das Filmband ruckweise weiterbewegt und bei jedem
Bildwechsel das Objektiv verschliet. Nehmen wir an, ein solcher
Kinematographmechanismus wre beschafft. Wenn wir dann die Kurbel
des Werkes zunchst ganz langsam drehen, so werden wir folgenden
Vorgang wahrnehmen. Der Film steht einen Augenblick still, trotzdem
wir gleichmig drehen; nun wandert er um ein Stckchen weiter; jetzt
steht er wieder still, und so geht's immer ruck, ruck, ruck vorwrts.
Dabei bringt jede Bewegung des Filmbandes ein neues Bild an die
Belichtungsstelle, das dort eine gewisse Zeit stehen bleibt. Blicken
wir nun, whrend wir langsam weiterdrehen, auf den Projektionsschirm,
so sehen wir daselbst den gleichmigen Wechsel: Bild -- dunkel --
nchstes Bild -- dunkel -- nchstes Bild -- dunkel usw. Wir beobachten,
wie jedes Lichtbild einen Augenblick stehen bleibt, um dann dem
nchsten Platz zu machen. Von der Weiterbewegung des Filmbandes knnen
wir aber nichts merken; denn whrend dieser Zeit blendet immer die
Verschluscheibe die Lichtstrahlen ab; daher das Dunkel.

Jetzt wollen wir das Werk rascher drehen und dann noch rascher. Da
kommt ein Moment, wo unser Auge die dunkeln Zwischenpausen nicht mehr
unterscheidet; die einzelnen Bilder verschmelzen ineinander; das
Lichtbild gewinnt Leben, die Figuren bewegen sich.


Das Flimmern und die Mittel zur Abhilfe

[Illustration: Fig. 35. Zweiflgelige Blendscheibe.]

[Illustration: Fig. 36. Dreiflgelige Blendscheibe.]

Aber der ewige Wechsel zwischen hell und dunkel, der doch tatschlich
auch jetzt noch besteht, bleibt dem Auge nicht vllig verborgen, er
macht sich durch ein mehr oder minder starkes Flimmern bemerkbar.
Da fragt es sich: durch welche Manahmen kann man das Flimmern
abschwchen. Wie ein Versuch zeigt, und wie wissenschaftliche
Untersuchungen besttigt haben, wird diese strende Erscheinung um so
geringer, je schneller man den Mechanismus dreht; es wird dann eben
eine raschere Folge hell-dunkel herbeigefhrt. Aber dieses Mittel
kann uns praktisch nichts helfen; denn die Darstellung wird dann
unwahr, die Bewegungen werden berstrzt -- es sei denn, da man die
kinematographische Aufnahme mit entsprechend grerer Geschwindigkeit
macht, da man also anstatt 16 Bilder in der Sekunde beispielsweise
deren 32 herstellt. Das wrde aber eine Verdoppelung der Lnge und
des Preises des Filmbandes bedeuten, die man auf jeden Fall vermeiden
will. Es mu also ein anderes Mittel gesucht werden, und zu diesem
fhrt folgende berlegung. Wir mssen zur Abschwchung des Flimmerns
eine mglichst groe Zahl von Wechseln hell-dunkel herbeifhren --
setzen wir uns als Ziel einmal 32 solcher Wechsel in der Sekunde.
Dabei soll aber die Zahl der Bilder, die in der Sekunde gezeigt
werden, nicht ber 16 hinausgehen. Die Verdunkelungen werden durch
die Blendscheibe bewirkt. Lassen wir diese nun mit der normalen
Geschwindigkeit (16 Umdrehungen in der Sekunde) laufen, so mu sie,
um 32 Wechsel hell-dunkel zu bewirken, zwei Flgel haben, also eine
Form besitzen, wie sie Fig. 35 zeigt. Innerhalb der Zeit, wo diese
Blende eine Umdrehung ausfhrt, wird ein Filmbildchen projiziert und
dieses Bild gegen das nchste ausgewechselt. Der Bildwechsel (das
Weiterrutschen des Filmbandes), mu aber in der Zeit geschehen, whrend
welcher sich einer der beiden Flgel, z. B. #A#, vor dem Objektiv
beendet; fr die Filmbewegung bleibt mithin eine verhltnismig
kurze Zeit brig, die nur ein Viertel der Umdrehungszeit ausmacht,
welch letztere wiederum 1/16 Sekunde betrgt, so da wir fr die
Filmbewegung von Bild zu Bild 1/64 Sekunde zur Verfgung haben. Whrend
der brigen 3/4 der sechzehntel Sekunde steht der Film still, und in
dieser Zeit schlgt der zweite Flgel #B# -- scheinbar nutzlos --
dazwischen. Aber wir kennen seine Aufgabe: er soll durch Vermehrung der
Verdunkelungsperioden das Flimmern verhindern.

Nun knnen wir unser Ziel noch hher stecken und sagen: wir wollen
das Flimmern weiter reduzieren und 48 Verdunkelungen in der Sekunde
vornehmen. Dazu brauchen wir die in Figur 36 dargestellte Blende mit
drei Flgeln. Der Bildwechsel mu hier in der kurzen Zeit geschehen,
innerhalb welcher der Flgel #A# in Ttigkeit tritt, und da dieser 1/6
der Kreisscheibe ausmacht, so steht fr die Filmbewegung nur 1/6 von
1/16 Sekunde = 1/96 Sekunde zur Verfgung. Prinzipiell knnten wir noch
weitergehen und eine Blende mit acht oder noch mehr Flgeln anwenden;
aber da wird schlielich die Anforderung an den Transportmechanismus,
der die sprungweise Bewegung vollfhrt, zu gro, und auch der Film
wrde durch die heftigen, ruckweisen Zerrungen zu stark mitgenommen
werden. In der Praxis findet man die Theaterapparate in der Regel
mit der dreiteiligen Blende (Fig. 36) ausgerstet, whrend kleinere
Apparate vielfach die zweiteilige Blende (Fig. 35) besitzen.


Die Konstruktion des Transportmechanismus

[Illustration: Fig. 37. Malteserkreuz.]

[Illustration: Fig. 38. Malteserkreuzeinrichtung mit starkem Tempo.]

Nachdem wir nun die Anforderungen, welche an den Transportmechanismus
gestellt werden, kennen gelernt haben, wollen wir die verschiedenen
Konstruktionsanordnungen betrachten. Man unterscheidet hauptschlich
vier Apparattypen, und zwar bezeichnet man diese kurz als
Malteserkreuz, Schlger, Greifer und Klemmzug (oder Nockenapparat).
Das Malteserkreuz wird heute bei den Projektionsvorrichtungen am
meisten angewandt; in zweiter Linie der Schlger, whrend Greifer und
Klemmzug weniger benutzt werden. Aufnahmeapparate hingegen rstet man
meistens mit dem Greifer aus, da diese Type fr Kameras besonders
geeignet erscheint. Die Malteserkreuzeinrichtung zunchst ist in
Fig. 37 dargestellt. Der Film luft um die Zahntrommel #W#, die mit
ihren Zhnen in die Lcher des Bandes eingreift, und die es somit
zwingt, alle Bewegungen der Trommel mitzumachen. Auf der Achse der
Zahntrommel sitzt eine Sternscheibe (das Kreuz), und dieser wird durch
eine rotierende Stiftscheibe #A B# mit dem Stift #E# periodisch eine
Viertelumdrehung erteilt. Dabei schlgt die Zahntrommel gleichfalls
um ein Viertel herum und zieht den Film immer genau um ein Bild
weiter. Wie man beim Malteserkreuz ein strkeres Tempo erzielen kann,
um dadurch das Flimmern geringer zu machen, deutet Fig. 38 an. Man
braucht nur die Eingriffscheibe #A B# recht gro zu nehmen. Solange die
Sternscheibe mit dem schraffierten Teil der Scheibe #A# in Berhrung
ist, steht sie still; der Wechselvorgang wickelt sich ab in der kurzen
Zeit, wo der Eingriff bei dem nicht schraffierten Teil in Ttigkeit
tritt.

[Illustration: Fig. 39. Schlger.]

[Illustration: Fig. 40. Greifer.]

[Illustration: Fig. 41. Klemmzug (Nockenapparat).]

Die Wirkungsweise des Schlgersystems, welches Fig. 39 schematisch
andeutet, ist folgende. Der Film luft, nachdem er aus der
Belichtungsstelle #B# kommt, um den Stift #T# einer rotierenden
Exzenterscheibe #S# und dann um eine ebenfalls rotierende Zahntrommel
#B#. Der Stift schlgt, jedesmal, wenn er sich nach unten bewegt, auf
den Film und zieht ihn dabei um ein Bild vorwrts. Whrend der Stift
sich aufwrts bewegt und die Zahntrommel den vom Stift geschlagenen
Bausch verzehrt, ist der Film an der Belichtungsstelle in Ruhe.
-- Der Greifer, von welchem Figur 40 die einfachste Form zeigt,
besteht aus einer sich auf- und niederbewegenden Gabel; diese greift
oben angekommen in die Lcher des Filmbandes ein, zieht es bei der
Abwrtsbewegung mit, und zwar genau um ein Bild, lt in der untersten
Stelle den Film los und geht leer hoch, um das Spiel in gleichmigem
Gange zu wiederholen. Beim Klemmzug endlich (Fig. 41) geschieht die
ruckweise Fortbewegung des Filmbandes durch zwei rotierende Trommeln
#Ww#, die so weit auseinanderstehen, da der dazwischenlaufende Film
normalerweise nicht mitgenommen wird. Die grere Trommel besitzt nun
an ihrem Umfange ein aufgesetztes Segment #E#. Sobald dieses Segment
an die Berhrungsstelle kommt, wird der Film eingeklemmt und mit
fortgezogen. Die Gre des Segments ist auf ein Bild berechnet. Jedoch
gengt diese Anordnung nicht fr einen exakten Transport -- daher ist
oberhalb der Belichtungsstelle #B# eine Zahntrommel #R# angebracht,
die whrend jeder Umdrehung der Reibungstrommeln den Film um ein Bild
vorschiebt und mithin nur so viel frei gibt, als unten fortgezogen
werden darf.


Die Vervollstndigung des Kinematographmechanismus

[Illustration: Fig. 42. Schema eines Kinematograph-Mechanismus.]

Zu einem vollstndigen Kinematographmechanismus gehren nun noch
allerlei Teile; sie sind in Fig. 42 schematisch zusammengestellt,
und zwar fr einen Malteserapparat. Die Antriebsrder sowie auch
die Malteserkreuzeinrichtung, das Objektiv und die Blendscheibe
sind der bersicht halber fortgelassen. Das Filmband sitzt auf der
Spule #A#, luft um die Zahntrommel #B#, gegen welche es durch einen
federnden Rollenhalter gedrckt wird. Diese kontinuierlich laufende
Trommel fhrt den Film der Belichtungsstelle #D# gleichmig zu.
An der Belichtungsstelle wird das Band in einer Tre eingeklemmt,
und zwar besitzt der aufklappbare Teil Federn, die sich gegen die
gelochte Randpartie des Bandes pressen. Damit die Bildschicht nicht
aufschleift und verkratzt wird, ist die Auflageflche in der Breite
des eigentlichen Bildes vertieft, so da nur die Randstcke wie
auf Schienen laufen. Unterhalb der Belichtungsstelle befindet sich
die kleine Zahntrommel #E#, welche von dem nicht dargestellten
Malteserkreuz den periodischen Antrieb erhlt und dabei den Film
jeweils um ein Bild aus der Tre herauszieht. Zwischen Tre und oberer
Trommel #B# mu das Band einen Bausch #C# bilden. Unten luft der Film,
nachdem er ebenfalls einen Bausch #F# gebildet hat, wiederum ber
eine groe Zahntrommel #G#, um durch diese der Aufwickelvorrichtung
mit der Spule #K# gleichmig zugefhrt zu werden. #H# und #J# sind
kleine Laufrollen. An der Trommel #G# ist die zum Antrieb mit der Hand
vorgesehene Kurbel angebracht.

[Illustration: Fig. 43. Schlgerapparat.]

Fig. 43 zeigt die perspektivische Ansicht eines Schlgermechanismus,
bei welchem die ruckweise Weiterbewegung durch den unterhalb der Tre
angeordneten Exzenterstift, den Schlger, bewirkt wird. Der Lauf des
Filmbandes durch die verschiedenen Teile des Werkes von der obern Spule
bis zur untern Aufwickelspule ist deutlich zu erkennen. Vorne sitzt
auf einer sich stndig drehenden Achse die Blendscheibe, welche bei
der dargestellten Ausfhrung zweiflgelig ist; sie befindet sich vor
dem Objektiv. Das Objektiv lt sich mit Hilfe eines Hebels der Hhe
nach verstellen und gleichzeitig damit wird ein kleines Fensterchen
verstellt, welches das in der Belichtungsstelle sitzende Filmbildchen
genau einrahmt. Diese Stellvorrichtung hat folgenden Zweck. Es kommt
vor, da der Film, sei es von vornherein beim Einspannen oder whrend
der Vorfhrung infolge falschen Zusammenklebens zweier Filmteile so
in die Tre zu liegen kommt, da das Bildchen zu hoch oder zu tief in
der Umrahmung sitzt. In solchem Falle also stellt man die Umrahmung
selbst nebst dem Objektiv nach. Bei manchen Apparaten erfolgt diese
Verstellung mit Hilfe eines Zahntriebes. Andere Modelle wiederum
korrigieren die falsche Bildeinstellung in der Weise, da der ganze
Bewegungsmechanismus oder ein Teil davon mitsamt dem Film gehoben bzw.
gesenkt wird, whrend Fensterrahmen und Objektiv stehen bleiben.

Die Aufrollvorrichtung wird bei dem abgebildeten Apparat durch einen
Spiralzug angetrieben. Ein starrer Antrieb ist hier nicht verwendbar,
da die Aufwickelspule, je mehr Film daraufkommt, je grer also die
Rolle wird, um so langsamer laufen mu. Wendet man eine Zahnrad- oder
Kettenradbersetzung an, wie dies namentlich bei den Theaterapparaten
mit ihren groen Filmspulen geschieht, so mu auf der Achse unten eine
Friktionsscheibe eingesetzt werden, die nachgibt in dem Mae, wie die
Spule sich vollwickelt. Die Strke der Friktion lt sich dabei durch
eine Regulierschraube einstellen.

[Illustration: Fig. 44. Malteserkreuzapparat.]

Ein fr Dauerbetrieb geeigneter Malteserkreuzapparat ist in Fig. 44
wiedergegeben. Die Malteserkreuzeinrichtung, welche sich -- wie die
Abbildung veranschaulicht -- nach Lsung des Lagerblocks entfernen und
auseinandernehmen lt, luft in einem lbade, wodurch ein ruhigeres
Arbeiten und eine geringere Abnutzung dieser Teile herbeigefhrt
werden soll. Ist doch die Beanspruchung des Kreuzes, auf welches der
Eingriffstift 60000mal in der Stunde einschlgt, eine auerordentlich
groe.

Das lbad ist bei vielen Ausfhrungen ein geschlossenes, whrend
bei der dargestellten Anordnung das l aus einem oben angebrachten
Vorratsgef gewissermaen als Dusche auftropft und aus der
Badewanne berluft, wenn ein gewisser Stand erreicht ist. Die
Malteserkreuzeinrichtung lt sich ferner verstellen, indem man den
Lagerblock dreht; dadurch nhert bzw. entfernt sich das Kreuz von der
Eingriffscheibe, und man kann nun die Teile so einrichten, da sie
exakt und ohne Spiel aufeinander arbeiten.


Feuerschutzeinrichtungen

Links von der geffneten Tre (Fig. 44) ist noch eine viereckige
Platte sichtbar: die Feuerschutzscheibe. Diese sperrt, solange der
Apparat stillsteht, das Licht ab, so da keine Strahlen den Film
treffen knnen. Das aus Zelluloid bestehende Filmband ist nmlich
leicht entzndlich und kann durch die von dem intensiven Bogenlicht
ausgehenden Strahlen leicht in Brand gesetzt werden, wenn diese
Zeit haben, darauf zu wirken. Sobald man das Werk in Betrieb setzt
und der Film luft, geht die Platte selbstttig hoch und gibt die
Belichtungsstelle frei, um aber sofort wieder herunterzufallen, wenn
der Mechanismus still gesetzt wird. Die Vorrichtung zum selbstttigen
Anheben der Feuerschutzscheibe besteht beispielsweise aus einem
Regulator mit zwei schwingenden Kugeln, wie man ihn bei Dampfmaschinen
hat. Die Scheibe braucht brigens nicht alle Strahlen abzusperren:
wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, da durch eine
gitterartige Scheibe ein ausreichender Wrmeschutz bewirkt wird;
eine solche lt gengendes Licht durch, um nach dem Einspannen des
Bandes das Filmbild mit Ruhe scharf einstellen zu knnen -- ja sie
erlaubt, mitten aus dem Film an beliebiger Stelle einzelne Bilder als
stehende Lichtbilder zu projizieren, was namentlich bei der Erklrung
wissenschaftlicher Filme von Nutzen ist. Man braucht dazu nur die
Drehung des Werkes zu unterbrechen: die Gitterscheibe fllt und schtzt
das projizierte Bildchen whrend der lngern Belichtung.

Auer dieser Einrichtung sind fr die bei ffentlichen Vorfhrungen
angewandten Apparate sogenannte feuersichere Trommeln vorgeschrieben,
welche die beiden Filmspulen umschlieen und den Film nur durch einen
schmalen Schlitz heraus- bzw. hereinlassen. Es soll dadurch die
bertragung eines Brandes auf die Filmrollen verhindert werden. Whrend
frher die Trommeln bis auf den Schlitz vollstndig geschlossen sein
muten, bringt man jetzt Luftlcher an; man hat nmlich gefunden, da
das Zelluloid auch in der geschlossenen Bchse weiterbrennen kann, und
zwar flammenlos unter Entwicklung giftiger, explosionsgefhrlicher
Dmpfe, und da es viel weniger schlimm ist, wenn der Film unter
Luftzutritt mit Flamme wegbrennt. Es steht zu erwarten, da mit der
Zeit der leicht entzndliche Zelluloidfilm durch ein schwer brennbares
Filmmaterial, wie es im Zellit heute schon vorliegt, verdrngt wird.


Verbindung von Lichtbilderapparat und Kinematograph

[Illustration: Fig. 45. Verbindung von Lichtbilderapparat und
Kinematographmechanismus.]

Wir kennen jetzt den Kinematographmechanismus und kommen zu der Frage:
Wie wird der Mechanismus mit dem Lichtbilderapparat in Verbindung
gebracht? -- Besitzen wir eine gewhnliche Projektionslaterne, so
mag in der Weise verfahren werden, wie es Fig. 45 veranschaulicht.
Der Mechanismus wird vorn auf ein Bodenbrett geschraubt, welches so
lang ist, da die Laterne darauf Platz findet, und letztere wird nun
hinter den Kinematographmechanismus gesetzt, nachdem man das Objektiv
eventuell nebst Objektivtrger entfernt hat. Wenn die Verbindung
von Lichtbilderapparat und Kinematograph von vornherein vorgesehen
wird, so zieht man vielfach eine Anordnung vor, welche einen raschen
bergang von einer Projektionsart zur andern gestattet. Fig. 46
zeigt, wie dies in einfacher Weise geschieht. Das Laternengehuse
ist auf der breiten Bodenflche seitlich verschiebbar angeordnet;
in der abgebildeten Stellung befindet sich das Gehuse hinter dem
Kinematographmechanismus, und der Apparat ist bereit zur Projektion von
Filmen. Schiebt man nun die Laterne herber, so kommt sie hinter das
Glasbilderprojektionsobjektiv zu stehen, welches neben dem Mechanismus
angebracht ist, und man kann nun stehende Lichtbilder auf den Schirm
werfen. Diese Einrichtung, welche auch bei den Theaterapparaten meist
angewandt wird, ist bequem, wenn man bei einem Vortrage Glasbilder und
Filme durcheinander oder rasch nacheinander zu zeigen hat.


Das Kinematographenobjektiv

Zunchst das Objektiv. Es wurde schon gesagt, da man mit Rcksicht
auf die kleinen Filmbilder und die erforderliche starke Vergrerung
ein Objektiv krzerer Brennweite braucht als zur Glasbilderprojektion,
und da die Brennweite etwa ein Drittel von derjenigen des normalen
Projektionsobjektivs betrage. Auch fr diese Kinematographenobjektive
wird in der Regel der bekannte Typus des Petzvalschen Portrtobjektivs
angewandt (Fig. 5); fr hhere Leistungen benutzt man lichtstarke
anastigmatische Objektive, welche allerdings ein gut Teil teurer sind.
Es sollte aber nicht vergessen werden, da vom Objektiv die Wirkung
in hohem Grade abhngt, und man sollte bei einer kinematographischen
Einrichtung, die oft in die Tausende kostet, nicht rund 100 #M# an
diesem wichtigen Instrument sparen.

[Illustration: Fig. 46. Kinematograph mit verschiebbarer Laterne.]


Das Stativ

Fr den kinematographischen Apparat ist vor allem erforderlich ein
krftiges Stativ, in dessen Ermangelung man einen stabilen Tisch
nehmen mu. Es ist nmlich zu bedenken, da infolge der sehr starken
Vergrerung auch ein geringes Zittern der Unterlage sich auf dem
Schirm strend bemerkbar machen mu. Die Theaterapparate werden in
der Regel mit einem Eisenstativ ausgerstet, welches eine neigbare
Rahmenplatte besitzt. Fig. 47 zeigt eine solche Einrichtung; die
verschiebbare Laterne ist mit Rcksicht auf die mit hoher Stromstrke
brennende Bogenlampe recht gerumig gehalten. Der Antrieb erfolgt bei
Apparaten dieser Art mit Hilfe eines Elektromotors, der mit einem
kleinen Regulierwiderstand verbunden ist, damit man die Geschwindigkeit
nach Bedarf ndern kann. Wo es sich um die Demonstration einzelner
Films handelt und nicht um fortlaufende, stundenlange Vorstellungen wie
im Theater, kann der Antrieb des Werkes mit der Hand bewirkt werden.

[Illustration: Fig. 47. Kinematograph mit Eisenstativ.]


Die Umrollvorrichtung

[Illustration: Fig. 48. Umrollvorrichtung.]

Die vorgefhrten Films mssen, ehe sie nochmals gebraucht werden
knnen, umgewickelt werden; denn der Anfang sitzt ja jetzt innen.
Dieses Umrollen kann ntigenfalls mit dem Kinematographmechanismus
selbst geschehen, wobei man folgendermaen verfhrt. Die Spule mit dem
aufgewickelten Film wird auf den obern Filmhalter gesteckt, whrend
die leere Spule unten auf die Achse der Aufrollvorrichtung kommt. Man
zieht nun das Ende des Filmbandes direkt von der obern Spule (nicht
durch das Werk hindurch, sondern davor her) zur untern Spule, klemmt es
darauf fest und dreht die Kurbel, wobei die Umwicklung erfolgt. Stndig
arbeitende Unternehmen knnen eine besondere Umrollvorrichtung, wie sie
Fig. 48 zeigt, nicht entbehren. Mit dem Umroller wird vielfach noch ein
Zhler zum Messen der Filmlnge verbunden.




Handhabung des Kinematographen


Nachdem der Apparat aufgestellt ist, setzt man die Lichtquelle in
Betrieb und zentriert sie so ein, da auf dem Projektionsschirm
ein gleichmig beleuchtetes Bildfeld erscheint. Man klemmt ein
abgeschnittenes Filmbildchen in die Tre und stellt das Objektiv
mglichst scharf darauf ein. Wenn der Apparat keinen automatischen
Feuerschutz besitzt, so mu man beim Einspannen des Filmbandes
vorsichtig sein, damit die heien Lichtstrahlen nicht das leicht
entzndliche Zelluloidmaterial in Brand setzen. Man kann sich
in der Weise helfen, da man in die Bildbhne der Laterne den
Bildhalter einschiebt und in diesen eine Gitterscheibe oder auch eine
Mattglasscheibe einsetzt. Die zweite ffnung des Doppelbildhalters
bleibt frei, und diese wird vorgeschoben, sobald man den Apparat in
Betrieb nimmt.

Beim Einspannen des Bandes ist folgendes zu beachten. Zunchst mssen
die Bilder auf dem Kopf stehen, und die Schichtseite des Films soll
dem Kondensor zugekehrt sein; nur beim Durchprojizieren (wobei der
Apparat hinter dem Schirm steht) mu die Schichtseite nach dem Objektiv
hin zeigen. Die Filmspulen sind vielfach zweiteilig und lassen sich
auseinandernehmen, so da man die aus der Bhne entnommene Rolle bequem
darauf stecken kann. Die Spule wird oben auf den Halter gebracht und
mit der dazu vorgesehenen Vorrichtung befestigt. Man zieht nun das
Filmband durch das Werk hindurch und achtet vor allem darauf, da die
Zhne der Transporttrommeln allenthalben genau in die Perforation
des Filmbandes eingreifen. Ferner darf man nicht vergessen, den Film
zwischen der Tre und der obern Vorschubtrommel einen Bausch bilden
zu lassen, da sonst der Film an dieser Stelle kein Spiel hat und
durchgerissen wird; gleichfalls mu ein Bausch vor der untern Trommel
gemacht werden, welche den Film der Aufwickelvorrichtung zufhrt. Die
Einrichtung, welche zur Nachstellung des Filmbildchens im Fensterrahmen
dient, stellt man am besten auf die Mitte, so da sie nach beiden
Seiten ungefhr gleichviel Raum zum Nachregulieren hat. Die auf der
Aufwickelvorrichtung sitzende Filmspule ist zum Festklemmen des Bandes
mit einem federnden Blechstck versehen. Man steckt das Filmende
aber nicht einfach dahinter, sondern biegt es zurck und klemmt das
zurckgebogene Ende unter das Blech; andernfalls kann sich der Film
leicht lsen.

Nachdem das Band so eingespannt ist, gebe man der Kurbel ein paar
langsame Umdrehungen und beobachte dabei, ob der Film glatt durch das
Werk luft, und ob er sich ordnungsgem aufwickelt. Ist alles in
Ordnung, so kann die Vorfhrung beginnen. Man gibt also der Kurbel
jetzt eine grere Geschwindigkeit, wobei der automatische Feuerschutz
hochgeht, in dessen Ermangelung der Bildhalter herber geschoben
werden mu, damit die freie ffnung vor den Kondensor kommt. Der
Vorfhrer halte das Lichtbild im Auge und drehe so rasch, bzw. lasse
den Motor mit solcher Geschwindigkeit laufen, da die Bewegungen in
der Szene natrlich erscheinen; in der Regel geben zwei Umdrehungen
in der Sekunde die richtige Geschwindigkeit. Zeigt es sich, da die
Filmbilder nicht genau im Fensterrahmen sitzen, so korrigiere man mit
der betreffenden Vorrichtung. Ntigenfalls mu man auch die Einstellung
des Objektivs nachregulieren.

Bei Schlgerapparaten empfiehlt es sich, wenn man keinen Motor zum
Antrieb benutzt, die Kurbel mglichst gleichmig aus dem Handgelenk
zu drehen; bei stoweisem Drehen bertrgt sich nmlich der jeweilige
Ruck auf das Filmband, und das Lichtbild wogt im gleichen Tempo auf und
ab. Man kontrolliert das Drehen leicht an der Klappe des automatischen
Feuerschutzes: diese wird bei gleichmigem Drehen ruhig in derselben
Stellung erhalten, whrend sie bei ungleichmigem Antrieb auf- und
abschwankt.




Behandlung und Pflege des Filmbandes


Da das Zelluloid bei Aufbewahrung an einem warmen und trocknen Platz
seine Geschmeidigkeit verliert und auf die Dauer sprde und brchig
wird, so hebe man die Filme an einem khlen Ort auf. Man bedient
sich vorteilhaft zur Unterbringung der Rollen eines gutschlieenden
Zinkkastens, der in einem untern Abteil ein angefeuchtetes Stck Filz
oder einen feuchten Schwamm enthlt.

Fr eine schonende Behandlung der Filme im Apparat ist es von grter
Wichtigkeit, da alle Teile, mit denen das Band in Berhrung kommt,
sauber gehalten werden. Das Zelluloid setzt (namentlich bei neuen
Filmen) infolge der Reibung bei der groen Geschwindigkeit einen Staub
ab, der sehr hart ist und sich zu einer Kruste verfestigt. Diese Kruste
aber bildet ein ganz ausgezeichnetes Schleifmittel, das nicht nur den
Film verarbeitet, sondern auch die betreffenden Apparatteile angreift.
Darum ist es dringend notwendig, die Auflageflchen in der Tre und
auf den Trommeln und Rollen hinreichend oft sorgfltig zu reinigen;
wenn mglich geht man jedesmal, nachdem ein Film durchgelaufen ist, mit
einer Brste darber.

Sehr viel leiden die Filme in der Praxis durch zu starkes len
des Apparates, indem sich das l ber die Trommeln und die Tre
verbreitet und den Film mit einem klebrigen Schmierberzug versieht.
Staub und Schmutz, der darauf liegt, bleibt haften und wird dann
in der Aufrollvorrichtung wie in einer Kopierpresse fest darauf
gepret. Besonders schdlich ist es dabei, wenn an dem Film krnige
Schmutzteilchen sitzen, da diese zum Kratzen Anla geben. Am strksten
leiden erfahrungsgem Anfang und Ende des Filmbandes; bei hufig
benutzten Filmen kndigt sich der Schlu meistens durch ein hliches
Regnen an. Dieser belstand lt sich in der Weise vermeiden, da man
vorn und hinten einige Meter Blankfilm -- am besten schwarzen Film --
anklebt; dann bleibt der eigentliche Bildfilm geschont.

Schadhafte Stellen, wie Einrisse und schlechte Klebstellen, mssen
rechtzeitig repariert werden. Als Klebstoff benutzt man ein Lsemittel
fr Zelluloid, und zwar bewhrt sich sehr gut Amylazetat, dem man
etwas Zelluloid zuzusetzen pflegt; auch lassen sich Azeton und
Eisessig verwenden. brigens werden jetzt geeignete Klebmittel im
Handel vielfach angeboten. Um einen stark eingerissenen Film zu
reparieren, verfhrt man folgendermaen. Man schneidet den Film genau
auf der Linie, welche das nchste Bild von dieser Stelle trennt, mit
einer scharfen Schere oder mit einem Messer und Lineal durch und
schneidet von dem einen Rande den beschdigten Teil in der Nhe des
daranstoenden Bildes ab, derart, da ein Streifen von etwa 3 #mm#
Breite brigbleibt, der zum Ankleben an das andere Filmende dient.
Von diesem Klebstreifen schabt man mit einem scharfen Messer die
Gelatineschicht sorgfltig ab, was besser vor sich geht, wenn man die
Gelatine zuvor mit etwas Wasser aufweicht. Man berzeugt sich, da
man beim Aufeinanderlegen den richtigen Lochabstand erhlt und bringt
mittels eines feinen Pinsels eine dnne Lage des Klebstoffes darauf;
desgleichen bestreicht man die betreffende Stelle auf der Rckseite
des andern Filmendes mit der Klebmasse. Wenn man nun die beiden Teile
mit Ruhe und Vorsicht aufeinanderlegt und recht fest zusammendrckt,
so hat man in ganz kurzer Zeit eine tadellose Verbindung. Erleichtert
wird die Arbeit durch eine Klemmvorrichtung (Fig. 49), in welche die
Filmstcke beim Kleben eingepret werden. Zhne, die daran angebracht
sind, wahren gleichzeitig den genauen Abstand der Lcher und verhindern
ein Verrutschen der Filmenden. Es wird vielfach der Fehler gemacht, da
man die Klebstcke zu breit nimmt. An solchen ungeeigneten Klebstellen
reit der Film leicht durch; denn das Band ist hier dicker und steifer
und findet somit im Apparat an dieser Stelle grern Widerstand.

[Illustration: Fig. 49. Filmklemme und Klebmasse.]

Stellen im Filmbande, die stark verkratzt sind und sich bei der
Projektion unangenehm bemerkbar machen, schneidet man am besten heraus,
und zwar verfhrt man dazu genau so, wie eben beschrieben wurde.
Wenn der Film am Rande einen kleinen Einri hat, so gengt es, ein
entsprechend groes, blankes Filmstck dagegen zu kleben, nachdem man,
wenn ntig, die Einristelle zuvor ausgeschnitten hat. Diese kleinen
Einrisse zeigen sich meist an den Lchern; das aufzuklebende Stck mu
daher mit einem Loch versehen sein, und die Lcher mssen genau zur
Deckung gebracht werden. Damit die Teile gut aufeinander haften, darf
man nicht versumen, sie nach Anstreichen des Klebstoffes kurze Zeit
fest aufeinander zu pressen. Ein eventuell berstehendes Stckchen an
der Klebstelle schneide man ab. Auch hier beachte man, da beim Kleben
stets Zelluloid auf Zelluloid liegen mu.




Fehlerhafte Erscheinungen beim Arbeiten mit dem Kinematograph


Blaue Flecken oder gelbrote Rnder im Bildfeld

entstehen, wenn die Lampe nicht richtig zentriert ist. Es sei
dieserhalb auf Fig. 28 verwiesen. Gelingt es nicht, nach der dort
gegebenen Anweisung ein gleichmig weies Bildfeld zu erzielen, so
ist die optische Anordnung nicht richtig. Der Kinematographmechanismus
mu alsdann in einen nhern oder grern Abstand vom Kondensor
gebracht werden, oder aber die Brennweite des Kondensors pat nicht
zu derjenigen des Objektivs, und es mu eine entsprechend andere
Linsenzusammenstellung fr den Kondensor genommen werden. Unter
Umstnden kann auch eine geeignete Hilfskondensierungslinse, die gegen
die Tre des Apparats kommt, abhelfen.

Gelbrote Ecken oben oder unten im Bildfelde zeigen sich zuweilen bei
Apparaten, die fr das Filmband einen verstellbaren Rahmen besitzen,
und zwar tritt der Fehler bei Verstellung des Rahmens dann auf,
wenn dieser aus dem Beleuchtungsfeld gebracht wird. Man mu dann
die Lichtquelle nachzentrieren. Um diese Erscheinung zu vermeiden,
zentriere man von vornherein derart, da das Bildfeld bei jeder
Einstellung des Rahmens gleichmig wei bleibt.


Verschwommene Lichtbilder.

Die Ursache mag darin zu suchen sein, da der Abstand des Objektivs
vom Film nicht richtig ist, ein Fehler, der namentlich bei Beschaffung
eines neuen Objektivs hufig gemacht wird. Man prfe die Brennweite des
Objektivs und den bezeichneten Abstand nach.


Ziehen des Bildes.

Diese Erscheinung wird veranlat durch eine falsche Einstellung
der Verschlublende. Wenn diese nmlich falsch sitzt, so wird der
Wechselvorgang ganz oder teilweise sichtbar gemacht. Es zeigt sich
dies namentlich bei den Titeln, indem die auf schwarzem Grunde
befindlichen Buchstaben nicht scharf umgrenzt, sondern nach oben
oder unten um ein verschwommenes Stck ausgezogen erscheinen. Man
mu in diesem Falle die Stellung der Blende kontrollieren, und zwar
geschieht dies folgendermaen. Nachdem ein Film eingespannt ist, dreht
man das Werk ganz langsam, am besten am Schwungrad, und beobachtet
den Augenblick, wo der Film in der Tre anfngt, sich zu bewegen. In
diesem Moment mu die Blende das Objektiv gerade verschlieen bzw. den
darauf auftretenden Lichtkegel absperren. Alsdann dreht man weiter
und beobachtet den Moment, in dem der Film wieder in Ruhe kommt, und
kontrolliert, ob die Blende jetzt beginnt, das Objektiv zu ffnen. Hat
die Verschlublende zwei oder mehrere verschieden groe Flgel, so
dient zum Abdecken der grte.


Vibrieren oder Tanzen des Bildes.

Man mu da zweierlei unterscheiden: erstens ein Auf- und Abgehen des
ganzen Bildes auf dem Projektionsschirm und zweitens ein Vibrieren
der Bildkonturen allein, wobei die Umrandung fest stehen bleibt. Der
erste Fall tritt ein, wenn es dem Apparat an einer gengend stabilen
Aufstellung fehlt. Man mu dann fr eine krftigere Unterlage sorgen
und eventuell noch nachprfen, ob einzelne Teile des Apparates selbst,
namentlich das Objektiv, beim Betriebe zittern. Ein Tanzen der
Bildkonturen kann durch verschiedene Ursachen herbeigefhrt werden,
und zwar mag der Fehler einmal im Film selbst liegen, indem bei der
Aufnahme die Kamera vibrierte oder aber indem die Perforation des
Filmbandes durch hufige Benutzung ausgeleiert ist. Hat man mit einem
einwandfreien Film zu tun, so gilt es den Apparat nachzuprfen. Da wird
man nachsehen, ob die Einklemmung des Bandes in der Tre eine gengende
ist und fernerhin, ob der Bewegungsmechanismus toten Gang hat.
Bei Schlgerapparaten wird, wenn man sie mit der Hand antreibt, ein
Vibrieren des Bildes leicht dadurch hervorgerufen, da man die Kurbel
stoweise dreht, indem dann der Film verschieden starken Schlgen
ausgesetzt ist. Man drehe die Kurbel mglichst gleichmig aus dem
Handgelenk.


Zerreien des Filmbandes oder Ausreien der Perforation.

Dieser Fall wird eintreten, wenn man vergessen hat, beim Einspannen den
Film oberhalb und unterhalb der Tre einen Bausch bilden zu lassen,
wie es in Fig. 42 angedeutet ist. Hufig sind eingerissene Stellen
am Filmband oder besonders schlechte Klebstellen daran schuld, da
das Band irgendwo im Mechanismus stockt und zerrissen wird. Auch ein
zu krftiges Anziehen der Aufrollvorrichtung kann zum Zerreien des
Filmbandes fhren; bei den Apparaten, welche eine Friktionsscheibe
haben, darf man daher die Regulierungsschraube nicht zu fest anziehen.




Das kinematographische Aufnahmeverfahren


Nachdem heute zahlreiche Fabriken bestehen, die tagtglich ungeheure
Mengen von Filmbndern herausbringen, wird die Selbstherstellung
kinematographischer Bilder in der Regel nur dann in Frage kommen,
wenn es sich um besondere wissenschaftliche oder aktuelle Aufnahmen
handelt. Wer sich damit befassen will, findet ausfhrliche Anweisung
im Handbuch der praktischen Kinematographie, 3. Auflage. Hier
mag ein kurzer berblick ber das Aufnahmeverfahren gengen. Eine
kinematographische Kamera zunchst zeigt Fig. 50. Der lichtempfindliche
Film sitzt in der oben angebrachten Kassette, luft dann um die obere
Zahntrommel und wird von dieser der Belichtungsstelle zugefhrt. Vorn
im Apparat, hier nicht sichtbar, befindet sich der Mechanismus, in
diesem Falle ein Greifer, der den Film ruckweise vorwrts bewegt.
Der unten stoweise austretende Film luft dann ber die zweite
Zahntrommel und wird dadurch der untern Kassette in gleichmiger
Bewegung zugefhrt. Zu einem vollkommenen Apparat gehrt nun u. a.
noch eine Einstellvorrichtung, ein Zhler, der angibt, wieviel Film
belichtet ist, und ein Geschwindigkeitsanzeiger, woran der Photograph
kontrollieren kann, ob er die Kurbel mit der richtigen Schnelligkeit
dreht.

[Illustration: Fig. 50. Kinematographische Aufnahmekamera.]

Das belichtete Filmband wird in der Dunkelkammer in der dem
Amateurphotographen bekannten Weise entwickelt, fixiert, ausgewaschen
und getrocknet. Zu dieser Behandlung spannt man das Band in Lngen bis
zu etwa 50 #m# spiralfrmig auf Rahmen, welche in die Bder getaucht
werden; andere Betriebe benutzen zum Aufspannen Trommeln, welche man
mit dem untern Teile in die Entwicklerbecken hngen lt, um sie
dann zu drehen. Nach dem vollkommenen Trocknen werden die Films auf
etwaige Fehler geprft und gereinigt, worauf sie in den Kopierraum
gelangen. Hier kommt der Negativfilm mitsamt einem Positivfilm in
die Kopiermaschine; die beiden Filme laufen Schicht auf Schicht,
Schritt um Schritt an einem Fensterchen vorbei, durch welches eine
Glhlampe die Exposition besorgt. Der belichtete Positivfilm wird
hnlich wie der Negativfilm in den verschiedenen Bdern behandelt,
bis die darauf kopierten Bilder schn und klar herausgekommen sind.
Manche der Aufnahmen erfahren noch weitere Bearbeitung, indem mit
Hilfe chemischer Tonbder die dunklen Partien gefrbt werden. Oder man
zieht die Bnder durch einfache Farblsungen, um der ganzen Schicht
einen gleichmigen Ton zu verleihen. Andere Filme sollen hinwieder
naturfarbig herausgebracht werden, und da heit es, knstlich die
Farben auftragen. Whrend dies in der Regel mit der Hand geschieht --
eine bei den zahllosen kleinen Bildchen mhsame und langwierige Arbeit
-- gehen die groen Fabriken jetzt dazu ber, auch Koloriermaschinen
anzuwenden, welche die einzelnen Farben mit Hilfe geschnittener
Schablonen auftragen.

Zur Herstellung der dramatischen und humoristischen Aufnahmen, wie man
sie in den Kinematographentheatern sieht, verfgen die Filmfabriken
ber groe Glashuser, die mit allen Requisiten versehen sind und in
der Ausstattung mit den grten Theatern wetteifern knnen. Manche der
Ateliers sind so gerumig, da mehrere Szenen gleichzeitig gespielt
und aufgenommen werden. Vielfach erfolgen die Aufnahmen beim Licht
zahlreicher Bogenlampen.




Die Herstellung der Trickfilme


Zuweilen sieht man kinematographische Bilder mit zauberhaften
Vorgngen. Die Herstellung solcher Trickfilme ist in vielen Fllen
ganz einfach. Wenn z. B. in einem Bilde ein Mann an den Wnden
heraufkriecht und an der Decke hinluft, so wurden bei der Aufnahme
auf den Boden des Ateliers abwechselnd Dekorationen gelegt, welche
die Seitenwnde und die Decke eines Zimmers darstellen; der Mann
kroch oder lief darber und wurde von oben her photographiert. Ein
beliebter Trick ist die Verwandlung von Personen; sie lt sich bei
kinematographischen Aufnahmen leicht ausfhren. Der Photograph braucht
nur an der betreffenden Stelle die Aufnahme zu unterbrechen, alsdann
wird die Verwandlung vorgenommen und die Aufnahme wieder fortgesetzt.
Ein Beispiel mag dies erlutern. Der Kinematograph fhre folgende Szene
vor, die in den Figuren 51 bis 54[1] angedeutet ist. Ein Betrunkener
liegt auf der Strae. Ein Automobil saust heran und fhrt ihm beide
Beine ab (Fig. 51). Der Mann schreit nach und schwenkt die Beine in die
Luft (Fig. 52). Das Auto hlt, der Insasse luft heran, er flickt ihm
die Beine wieder an (Fig. 53), und beide ziehen zufrieden von dannen
(Fig. 54). -- Nun die Lsung! Auch hier wird die Aufnahme unterbrochen,
und zwar zuerst in dem Moment, wo das Automobil herangekommen ist. Das
Auto hlt an. Der Betrunkene wird ersetzt durch einen Krppel, dem
beide Beine fehlen, und ein Paar knstlicher Beine davor gelegt. Die
Auswechslung der Personen ist in Fig. 55 wiedergegeben. Dann tritt der
kinematographische Apparat wieder in Ttigkeit: das Auto, dessen Weg
genau vorgezeichnet ist, fhrt nochmals heran und saust darber hinweg.
Nachher wird die Aufnahme abermals unterbrochen und der Krppel wieder
durch den Betrunkenen ersetzt.

[Illustration: Fig. 51-54. Szenen aus einem Trickfilm.]

[Illustration: Fig. 55. Erklrung des Tricks: die Auswechslung der
Personen.]

Von diesem einfachen Hilfsmittel der Aufnahmeunterbrechung wird hufig
Gebrauch gemacht. Der Film, geduldig wie er ist, reiht Bild an Bild
auf, wie und wann es dem Photographen gefllt. Und das Publikum
bekommt nachher die Bilder in sausender Folge vorgefhrt; es merkt
nicht, da der Kinematograph lgt, da da zwischen einzelnen Bildern
ganze Stcke fehlen -- kein Wunder, da ihm die Vorgnge zauberhaft
erscheinen. Da gibt es die unglaublichsten Sachen zu sehen. Leblose
Gegenstnde fhren einen Tanz auf; Streichhlzer spazieren aus der
Dose, die sich selbst ffnet, und bauen sich zu Figuren auf; Werkzeuge
leisten Arbeit, eine Sge zerschneidet ein Brett ohne Zutun. --
Wie leicht ist das alles zu machen, wenn man einmal den Kunstgriff
kennt, wie einfach ist die Erklrung, wenn man einmal wei, da die
Hilfsvorgnge, die dem Zuschauer verborgen bleiben sollen, nicht
mitphotographiert werden!

Funoten:

[1] Die Fig. 51-55 sind hergestellt nach Aufnahmen der Firma Lon
Gaumont, Paris, und zwar mit Genehmigung der Pariser Zeitschrift
#L'Illustration#. Sie wurden entnommen aus des Verfassers Schrift
Das lebende Lichtbild, Dsseldorf 1910.




Die wissenschaftliche Kinematographie


Gegenber der ausgedehnten Verwendung des Kinematographen im
Theater steht seine wissenschaftliche Verwertung noch stark zurck.
Aber was auf den verschiedenen Wissenschaftsgebieten mit Hilfe
kinematographischer Aufnahmen bereits geleistet worden ist, erscheint
so beachtenswert, da die Gelehrten den Apparat im Laufe der Zeit
ohne Zweifel immer mehr heranziehen werden. So hat der Pariser
Physiologe Marey schon vor mehr als 20 Jahren die Kinematographie zum
Studium der Bewegungsvorgnge bei Menschen und Tieren benutzt. Andere
setzten seine Arbeit fort und dehnten sie aus auf Herzbewegungen und
Kehlkopfbewegungen. Erfolgreich hat man den Kinematograph in Verbindung
mit dem Mikroskop, ja sogar mit dem Ultramikroskop gebracht, das
uns die feinsten Partikelchen zeigt. So wurden durch Dr. Commandon
und vor ihm schon durch Dr. Reicher auf dem Film die Bewegungen der
Blutkrperchen und ihr Kampf mit den ins Blut eingebrachten Bazillen
festgehalten. Man sieht, wie die Krankheitserreger ber die roten
Blutkrperchen herstrzen, um sie zu verzehren.

Mit Hilfe kinematographischer Aufnahmen gelang es ferner, den
Flgelschlag der Insekten zu erforschen. Die Fliege bewegt ihre
Flgel so rasch, da man nichts als ein Flimmern wahrnimmt; auch der
beste Beobachter ist machtlos dagegen. Der Kinematograph, mit groer
Geschwindigkeit laufend, so da er bis zu 2000 Bilder in der Sekunde
aufnimmt, hlt alle Phasen der Bewegung fest. Und wenn dann die
gewonnenen Bilder mit normaler Geschwindigkeit -- 16 in der Sekunde --
auf den Projektionsschirm geworfen werden, so spielt sich der Vorgang
mehr als hundertmal langsamer ab: mit Ruhe kann man nun das Auf- und
Abgehen der Flgel und das Arbeiten des Flugmechanismus verfolgen.
Umgekehrt hat man mit Hilfe des Apparats Bewegungen, die zu langsam
vor sich gehen, als da man sie zu bersehen vermchte, knstlich
beschleunigt. Auf diese Weise kann man das Wachstum der Pflanze mit
dem Auge verfolgen. So wurde z. B. eine aufblhende #Victoria Regia#
mit beraus geringer Geschwindigkeit -- etwa alle 2 Minuten ein Bild
-- aufgenommen. In der Projektion der Aufnahme, die mit normaler
Geschwindigkeit: 16 Bilder in der Sekunde -- also etwa 1800 mal rascher
-- erfolgt, sieht man dann den Vorgang, der in der Natur Stunden in
Anspruch nimmt, innerhalb weniger Minuten sich abwickeln. Man verfolgt
deutlich, wie die Knospenhllen sinken, wie sich ein Bltenblatt vom
andern hebt, bis die herrliche Blume voll entfaltet ist, und wie sie
alsbald wieder vergeht.

Fr die kinematographische Aufnahme fliegender Geschosse konstruierte
Geheimrat Cranz einen Apparat, der ber 5000 Belichtungen in der
Sekunde, ja in der neuesten Form bis zu 100000 Aufnahmen in der Sekunde
liefert. Er konnte damit die Vorgnge beim Abschieen einer Kugel aus
einer Selbstladepistole untersuchen und ferner die Wirkung von Schssen
auf Knochen, Metallplatten, wassergefllte Gummiblasen und Kugeln aus
feuchtem Ton in einer Reihe von Bildern festlegen.

Selbst die Bewegungen der innern Organe des Menschen hat man
kinematographisch festzuhalten gewut, indem man die Belichtung mit
Rntgenstrahlen anwandte und besondere Apparate herstellte, welche
zwei oder drei Dutzend Platten groen Formats in rascher Folge zur
Exposition brachten. Namentlich die Reihenaufnahmen des Magens haben
dem Mediziner interessante Aufschlsse ber die Arbeitsweise dieses
Organs gegeben.

Die Kinematographie in natrlichen Farben hat eine provisorische Lsung
im Kinemakolorverfahren gefunden, welches mit zwei Farben, Rot und
Grn, arbeitet und verhltnismig hbsche Resultate gibt, wenngleich
hier infolge Fehlens der dritten Farbe (Blau) ein vollkommenes Resultat
nicht erzielt werden kann. Man ist zu der Hoffnung berechtigt, da ein
wirkliches kinematographisches Dreifarbenverfahren in nicht zu ferner
Zeit Eingang in die Praxis findet.

Auch die Technik bemchtigt sich der kinematographischen
Bilddarstellung, die ein ausgezeichnetes Hilfsmittel bietet,
Fabrikationsvorgnge zu veranschaulichen, sowohl in Lehranstalten
und Hochschulen sowie bei Vortrgen als auch zum Zwecke der Reklame.
Allerdings bietet die Ausfhrung solcher Aufnahmen vielfach groe
Schwierigkeiten, namentlich in bezug auf die Beleuchtung, und sie
erfordert eine umfangreiche Arbeit.




Sachregister


  Azetylenlicht, 15, 31

  Anschaffungskosten, 36

  Aufnahmekamera, 49, 67

  Aufstellung des Apparats, 40

  Automatischer Feuerschutz, 57


  Beagidpatronen, 32

  Betriebskosten, 38

  Bildgre, 7, 8

  Bildhalter, 34

  Blendscheibe, 51

  Bogenlampe, 17, 19
    -- Handhabung, 24

  Bogenlicht, 16, 22

  Brennweite, 9, 10


  Druckreduzierventil, 26

  Dunkler Raum, 41

  Durchprojektion, 41


  Einstellung der Lichtquelle, 42

  Elektrisches Licht, 15, 16, 26

  Episkopische Projektion, 43


  Fehler, 65

  Feuerschutz, 57

  Feuersichere Trommeln, 57

  Film, 48
    -- Behandlung, 63

  Filmklemme, 64

  Flimmern, 51

  Fokuslampe, 26


  Gasator, 27, 30

  Gasglhlicht, 15, 37

  Gitterscheibe, 57

  Glasbilder, 39

  Greifer, 54


  Inhaltsmesser, 26, 29


  Kabel, 16

  Kalklicht, 15, 26

  Kalkstifte, 27

  Kalziumkarbid, 31

  Kinemakolor, 71

  Kinematograph, 48
    -- Handhabung, 61

  Kinematographie in Naturfarben, 71

  Klappkasten, 40

  Klebmittel, 63

  Klemmzug, 54

  Kohlenstifte, 20

  Kondensor, 7

  Khlgef, 14


  #Laterna magica#, 5

  Leitungsschnur, 21

  Leselampe, 36

  Lichtbilderapparat, 5, 13, 23

  Lichtquelle, 11, 15


  Malteserkreuz, 53

  Mikroskopische Projektion, 45

  Motorantrieb, 59


  Naturfarben-Kinematographie, 71

  Nernstlampe, 15, 26

  Nockenapparat, 54

  Nutenkasten, 40


  Objektiv, 8, 58

  Optische Bank, 14


  Pastillen, 28

  Petroleumlicht, 15, 34

  Perforation, 48

  Projektionswand, 34


  Sauerstoff, 26

  Schalttafel, 23

  Scheinwerfer, 46

  Schirm, 34

  Schlger, 53

  Sicherung, 21

  Signal, 36

  Spiritusglhlicht, 15, 33

  Stahlflasche, 26, 27

  Starkdruckbrenner, 27

  Stativ, 36, 59


  Transformator, 18

  Transportmechanismus, 52

  Trickfilme, 68


  Umformer, 18

  Umrollvorrichtung, 61


  Vergrerungsapparat, 46

  Verkleben der Filme, 63


  Wand, 34

  Wasserstoff, 27

  Widerstand, 17

  Wissenschaftliche Kinematographie, 70

  Wissenschaftliche Projektion, 45


  Zentrierung, 42

  Ziehen des Bildes, 65

  Zubehr, 34




Die Lichtbilderei GmbH., M.Gladbach


Unstreitig sind Lichtbildervortrge eines der modernsten und
zugkrftigsten Mittel, mglichst allseitige tiefgehende und nachhaltige
Bildung in die breitesten Volksschichten zu tragen. Lngst schon ist die
Vorfhrung von Lichtbildern aus dem Dilettantischen herausgewachsen und
hat sich einen der ersten Pltze unter den modernen Volksbildungsmitteln
erobert. Sie rangiert ebensosehr unter den knstlerischen Lehrmitteln
der heutigen Universitten, wie es hervorragende Gelehrte aus allen
Wissensgebieten nicht verschmhen, ihrem mndlichen Vortrag vor einem
erlesenen Publikum Nachhaltigkeit und erhhtes Interesse zu verschaffen
durch gleichzeitige Vorfhrung von Lichtbildern. Leider gibt es indes
noch manche populre, auf Massenausleihe sich verlegende
Lichtbilderinstitute in Deutschland, die sich nicht auf den durch
knstlerischen Geschmack und wissenschaftliche Grndlichkeit erforderten
hohen Standpunkt stellen, sondern vielfach die oberflchlichsten
Vortragstexte und wissenschaftlich und knstlerisch durchaus
unzulngliche Bilderserien liefern.

Demgegenber bestrebt sich die ~Lichtbilderei~ M.~Gladbach~, ein
vorbildliches ~Musterinstitut~ zu werden und den ihr als Leitstern
ihrer ganzen Bildungsarbeit vorschwebenden Grundsatz zu verwirklichen,
da ~auf dem Gebiete der Volksbildung gerade das Beste gut genug ist~.

Die Reichhaltigkeit ihres Vortragsmaterials geht daraus hervor, da
bereits

                        =450 Lichtbilderserien=

vorhanden sind, die in folgende Untergruppen zerfallen: ~1. Land und
Leute~ (Deutschland, Deutsche Kolonien, Ausland). ~2. Geschichte und
Biographie. 3. Literatur. 4. Kunst. 5. Religionsgeschichtliche Vortrge.
6. Naturwissenschaftliche Vortrge. 7. Industrie und Technik. 8.
Handwerk. 9. Landwirtschaft. 10. Gesundheitspflege. 11. Volkswirtschaft.
12. Verschiedenes (heitere Vortrge usw.). 13. Spezialzweig: Lieferung
mikrophotographischer Diapositive fr Lehranstalten.~

~Die Ausleihgebhr fr die einzelne Serie ist sehr niedrig gesetzt und
betrgt im Durchschnitt blo~ M. 5.-- bis 6.--

Die Vortrge entstammen smtlich ~fachmnnischen Federn~, und unter
den Mitarbeitern der Lichtbilderei M.Gladbach sind die klangvollsten
Namen vertreten. Es sei z. B. nur hingewiesen auf die in ihrer Art
einzigen Kunstvortrge des bekannten Mnchener Kunstschriftstellers und
Hochschullehrers fr Kunst und sthetik Dr. ~Joseph Popp~, auf die
geschichtlichen, literarischen und sthetischen Vortrge von Dr. ~Alois
Wurm~ (Mnchen) und Dr. ~Bernhart~ (Mnchen), auf die literarischen
und geographischen Vortrge (z. B. Clemens Brentano, A. v.
Droste-Hlshoff, Nordpol, Sdpol) von Dr. ~Hermann Cardauns~ (Bonn),
auf die religionswissenschaftlichen Vortrge von Dr. ~Meffert~
(M.Gladbach), die gesundheitlichen und gewerbehygienischen Vortrge der
rzte Dr. ~Baur~ und Dr. ~Weigl~, die ethnographischen Vortrge von
Professor ~Paur~ (Mnchen), die literarischen Vortrge der bekannten
Literaturhistorikerin ~Frulein Hamann~ usw.

Wir verweisen auf das ausfhrliche ~Verzeichnis~, das von der
Lichtbilderei GmbH., M.Gladbach, umsonst zu beziehen ist.

Neben den ~stehenden Lichtbildern~ pflegt die Lichtbilderei mit
besonderm Nachdruck den allermodernsten und beliebtesten Zweig des
Projektionswesens: die Kinematographie, und zwar durch eine

                         =Filmverleih-Zentrale.=

Ihr Zweck ist, aus der groen Menge der Filme, die von in- und
auslndischen Fabriken Woche fr Woche auf den Markt geworfen werden,
unter dem strengen Gesichtspunkte ~wahrer Volksbildung~ und
~-unterhaltung~ nur das Beste und durchaus Einwandfreie aufzukaufen,
auf Lager zu legen und an die Kinobesitzer, die reformfreundlich sind,
zu verleihen. Sie lt sich lediglich von dem idealen Interesse einer
tatkrftigen, energischen Reform des Kinowesens leiten und erstrebt das
Ziel auf rein sachlicher, neutraler Grundlage, unter Ausschaltung
jeglicher politischer oder konfessioneller Tendenz. Die
Filmverleih-Zentrale der Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach verfgt ber
ein ~auerordentlich reichhaltiges Lager von Filmen~ aus folgenden
Gebieten: 1. Naturwissenschaft: Mikroskopische Filme, Tierleben usw., 2.
Geographie: Reise- und Naturbilder (Inland und Ausland), 3. Vlkerkunde,
4. Landwirtschaft und ihre Nebengewerbe, 5. Industrie, Technik,
Kunstgewerbe, 6. Medizin und Hygiene, 7. Sport, Flotte, Luftschiffahrt,
8. Geschichte, 9. Religion, 10. Militrisches und Patriotisches, 11.
sthetisch und ethisch einwandfreie dramatische und humoristische
Filme, 12. Allgemein Interessantes aus dem Tagesgeschehen. Ein
~ausfhrlicher allgemeiner Katalog~ mit ber 1400 Nummern ist gratis
erhltlich. Durch Neueinkauf kommt wchentlich eine grere Anzahl von
Nummern hinzu.

     Auer dem allgemeinen Filmkatalog, der smtliche Filmtitel enthlt
     und durch stetige Nachtrge ergnzt wird, hat die Lichtbilderei
     noch einen Auszug aus dem allgemeinen Katalog herausgegeben, einen
     Spezialkatalog mit dem Titel: ~Belehrende Filme fr Schule und
     Volk~. Das Verzeichnis bietet eine reichhaltige Aufstellung von
     Filmen, die zur Zusammenstellung von populr-wissenschaftlichen
     Programmen fr Schlervorstellungen, Volksbildungsabende usw.
     vorzglich geeignet sind. An der Hand dieses Verzeichnisses, das in
     rascher Folge durch zahlreiche weitere ausschlielich belehrende
     Filme vermehrt werden wird, ist es leicht, unter einem
     einheitlichen Gesichtspunkte, sei es naturwissenschaftlicher,
     geographischer, vlkerkundlicher Art usw., sehr wirkungsvolle
     volksbildnerische Arbeit zu leisten und dem Kinematographen unter
     den modernen Volksbildungsmitteln den Rang und Platz erobern zu
     helfen, der ihm gebhrt. Derartig einheitliche kinematographische
     Vorfhrungen knnen leicht zu hchst interessanten, knstlerisch
     abgerundeten Volksbildungsabenden ausgeweitet werden durch einen
     einleitenden Vortrag, einschlgige deklamatorische und musikalische
     Einlagen sowie stehende Lichtbilder. Musterprogramme dieser Art
     wren z. B.: Die Tierwelt in Poesie und Leben, Bunter Abend, In
     nrdlichen Zonen, Im sonnigen Sden, Von kleinen und kleinsten
     Lebewesen, Aus dem Leben der Natur (Wald- und Wasseridyll) usw.

     Es ist eine Reihe von Fachleuten damit betraut, fr die
     Lichtbilderei M.Gladbach weitere Spezialprogramme dieser Art mit
     einheitlichem Thema aufzustellen und auszuarbeiten.

     Die humoristischen und dramatischen Filme sind in dem
     allgemeinen Verzeichnis der Lichtbilderei aufgefhrt und
     ermglichen es, die vorstehend erwhnten Programme hier und da
     auch nach dieser Richtung zu ergnzen.

     Neben der Ausarbeitung und Darbietung spezieller
     wissenschaftlicher Programme ist die Lichtbilderei ebensosehr
     darauf bedacht, die groen ~Tagestheater~ mit allgemeinen
     Programmen zu bedienen, um hier im Interesse einer sthetischen
     und ethischen Hebung des Kinowesens Einflu zu gewinnen.

Die ~Verleihbedingungen~ sind sehr mig. Ein ganzes Programm, das 1
bis 1-1/2 Stunde dauert, kann schon von M. 20.-- an aufgestellt werden.
Durchweg gilt als Leihgebhr 1 Pf. pro Meter fr ltere Filme, neue sind
entsprechend teurer.

Der Preis der wissenschaftlichen Programme schwankt je nach dem Wert der
Filme zwischen 1 und 10 Pf. pro Meter und Tag.

Die Programme fr die Wochentheater werden je nach dem Wert und der
Woche berechnet.

Auch ~vollstndige Kinematographeneinrichtungen~, fr Kalklicht von M.
375.-- an, fr elektrisches Licht von M. 400.-- an, sind von der
Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach zu beziehen. Sie ist in der Lage, alle
Arten von Lichtbilder- und kinematographischen Apparaten, gleichviel
welcher Fabrik sie entstammen, zu Fabrikpreisen zu liefern. Sie lt die
Apparate in ihren Vorfhrungsrumen durch Fachleute ausprobieren und
leistet die Garantie, da nur erstklassiges Material geliefert wird.
Auch bernimmt die Lichtbilderei die komplette Einrichtung
kinematographischer Theater, steht aber auch ohnedies stets mit
fachmnnischem Rat zur Verfgung. Nheres ist aus einem gratis zu
beziehenden ~technischen Katalog~ mit Illustrationen zu ersehen. Es
sei auch darauf aufmerksam gemacht, da von der Lichtbilderei ein
~Wanderkino~ eingerichtet ist. ~Prospekt gratis.~






End of the Project Gutenberg EBook of Lichtbild- und Kino-Technik, by 
Franz Paul Liesegang

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK LICHTBILD- UND KINO-TECHNIK ***

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